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interview

Ein nachhaltiger Ansatz für den Strommarkt

Wie Tibber die Branche aufmischen will

Wie Tibber die Branche aufmischen will

Warum die Digitalisierung der Strombranche und die Energiewende vor allem für private Haushalte gut ist. Marion Nöldgen vom neuen digitalen Ökostromanbieter Tibber im Gespräch.

Das Thema Energie zählt zu einem der wichtigsten Bereiche unserer heutigen Klimapolitik. Dazu reicht ein flüchtiger Blick in die Zahlen: Die energiebedingten Emissionen machen etwa 85 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen aus, mit gut 40 % aus der Energiewirtschaft, also die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung.


Triodos-Bank-Kunden*innen bekommen von Tibber ein Willkommensgeschenk in Höhe von 50€ als Guthaben für den Tibber-Store.


Zwar gab es in den letzten Jahren viele digitale grüne Angebote, was in jedem Fall besser ist als der Standart-Kohle-Atom-Mix, aber auf den zweiten Blick gibt es so gut wie keine echten Innovationen in der privaten Energiewirtschaft. Wie ein neuer Ansatz in einem solchen Markt aussehen, und wie Nachhaltigkeit über die grüne Herstellung des Stroms hinaus gehen kann, haben wir mit dem neuen digitalen Ökostromanbieter Tibber und deutschen Geschäftsführerin, Marion Nöldgen, besprochen.

Fangen wir ganz grundlegend an: Was ist Tibber?

Marion: In a Nutshell ist Tibber ein Ökostrom-Anbieter mit Wurzeln in Skandinavien, der sich als Stromversorger für ein digitales Zeitalter versteht. Unser Ziel ist, dass weniger Energie verbraucht wird. Daher verdienen wir kein Geld mit dem Stromkonsum unserer Kunden. Wir glauben daran, dass  wir echte Innovation auch in Märkten wie Deutschland etablieren können,  indem wir Nachhaltigkeitsgedanken mit moderner Technologie und viel Leidenschaft verbinden.

 

Du sagst “auch in Deutschland”, was genau meinst du damit?

Marion: Deutschland hinkt in allem etwas hinterher. Nicht nur sind die Strukturen unseres Strommarktes über 70 Jahre alt und nahezu unverändert, unser Strommix hat sich, konträr dazu, in den letzten Jahren zum positiven gewandelt. Er besteht dieses Jahr erstmals zu über 50% aus regenerativen Quellen (Fraunhofer ISE). Das ist eine wünschenswerte Entwicklung, allerdings kommen mit ihr auch neue Herausforderungen: Die weit verbreitetsten Stromquellen in Deutschland (Solar & Wind) sind nicht steuerbar und unterliegen daher größeren Schwankungen. Das heißt für unser Stromnetz momentan immer größere Über-, bzw. Unterkapazitäten, da das Netz nicht gleichmäßig zu jeder Zeit versorgt wird. Deshalb muss in Zukunft, mehr denn je, eine flexible Produktion auf eine flexible Nachfrage angepasst sein, um das Stromnetz auf seiner benötigten Frequenz halten zu können. Außerdem kommt von den Vorteilen der Energiewende, wie z.B. drastisch gesunkene Strompreise, bei privaten Haushalten nichts an. Das würden wir gerne ändern. Wir arbeiten daran, dass jeder Einzelne Teil der Energiewende werden und zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen beitragen kann. 

 

Was genau heißt das, “Teil der Energiewende werden”?

Marion: Unser Geschäftsmodell basiert konträr zum Wettbewerb darauf, weniger Energie zu verkaufen. Wichtigster Ansatzpunkt ist hierbei die Tatsache, dass wir nichts mit dem Stromkonsum unserer Kunden verdienen – Strom zum Einkaufspreis quasi. Durch den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix entstehen z.B. immer wieder negative Preise an der Strombörse, nämlich immer dann, wenn mehr Energie angeboten, als nachgefragt wird – denn die Produktion schwankt und Strom kann man nicht gut speichern. Das passiert, wie anfänglich erwähnt, mit einem großen Anteil erneuerbarer Energien im Strommix häufiger, denn Wind oder Sonne lassen sich eben nicht so genau steuern wie Atomkraftwerke. Also nimmt mit Zunahme des Anteils der erneuerbaren Energien in unserem Mix mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen an der Strombörse zu (genauere Infos zu negativen Strompreisen). Aktuell profitieren davon nur große Unternehmen, die selbst an der Strombörse kaufen oder Energieunternehmen. Wir geben diesen Vorteil an unsere Kunden weiter. 


Steckbrief Tibber:

  • Digitaler Stromanbieter
  • 100% Ökostrom
  • Monatlich kündbar
  • Strom zum Einkaufspreis
  • 3,99€ monatliche Grundgebühr

Außerdem arbeiten wir hart daran den Kunden die volle Kontrolle über ihren eigenen Konsum und Tools an die Hand zu geben, die ihnen dabei helfen, ihren Stromverbrauch nachhaltig zu senken. 

Selbst ohne smarte Stromzähler können wir Tipps und Benchmarks geben, ob der eigene Stromkonsum hoch oder niedrig ist, wie man clever Energie sparen kann, ohne im Alltag die ganze Zeit darüber nachzudenken. Das alles geht mit der Tibber-App. Die ist eine Schnittstelle, in der alle Tools und die nötige Transparenz auf einen Blick ersichtlich sind, um den Stromverbrauch effizienter zu gestalten und von häufiger aufkommenden Preisschwankungen zu profitieren. Je ‘smarter’ ein Haushalt dabei aufgestellt ist – zum Beispiel mit Smart Meter, Wärmepumpe oder Elektroauto mit einer privaten Ladestation in der Garage – desto mehr kann Tibber durch automatisierte Prozesse beim Energie- und Kosten sparen helfen. Das Ziel ist es einen nachhaltigen Lebensstil einfach und günstig zu machen und so den Energieverbrauch in privaten Haushalten um 20% senken.

“Wir sollten von den Kunden niemals verlangen, zwischen der nachhaltigen und der erschwinglichen Option zu wählen. Wir sollten immer danach streben, die grüne Wahl in allen Aspekten zur besten zu machen.”

Edgeir Vårdal Aksnes, CEO und Co-Founder von Tibber

Smarte Steuerung ist also der Schlüssel für einen langfristig nachhaltigen Strommarkt?

Marion:  Alles was einfach im Alltag umzusetzen ist, wird sich in eher in der Masse durchsetzen und einen echten Unterschied machen. Daher ist es neben Transparenz und smarter Steuerung wahrscheinlich auch die bessere Anbindung lokaler Produzenten in den öffentlichen Strom-Mix. Da haben wir den heiligen Gral aber auch noch nicht gefunden. Das Thema treibt uns aber um und wir schauen uns verschiedene Lösungswege dazu an.   

 

Ihr bewerbt auf eurer Seite auch speziell ein nachhaltiges Unternehmertum. Kannst du uns das abschließend noch einmal erläutern?

Marion: Wenn wir von Verbrauchern sprechen, denen wir helfen wollen, bewusster Strom zu konsumieren, dann sprechen wir natürlich ebenfalls von uns selbst. Deshalb arbeiten wir nach dem gleichen Ziel auch intern. Wir haben z.B. eine Emissions-Buchhaltung (Carbon Accounting), die, wie die Finanz-Buchhaltung, bei unserem CFO aufgehängt ist. So können wir sagen, wie viel Co2-Ausstoß wir als Geschäft verursacht haben, die Menge dann soweit es geht zu reduzieren und dann 110% am Ende des Jahres ausgleichen. Das gleiche streben wir im nächsten Jahr mit unseren Mitarbeitern und strategischen Partnern an, um dort wirklich holistisch zu arbeiten. Auf die nächsten 5 Jahre soll jeder Kunde durch unsere Hilfe das gleiche schaffen können.

mrn/

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