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neuigkeit

Finanzmärkte als Motor für Biodiversität

Der Verlust von Biodiversität zählt zu den größten Herausforderungen für die Existenz von Leben auf der Erde. Unsere Lebensweise, insbesondere unsere Agrarwirtschaft, schädigt die Biodiversität in beträchtlichem Maße. Statt der Begrenzung der Schäden muss mittlerweile längst der Regeneration Priorität eingeräumt werden.

Die UN-Organisation Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) berichtet, dass die Natur in einer in der Menschheitsgeschichte beispiellosen Geschwindigkeit global zurückgedrängt werde und dass sich das Artensterben beschleunige – mit schwerwiegenden Auswirkungen für Menschen in allen Erdteilen. Rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind derzeit vom Aussterben bedroht, viele davon schon in den nächsten Jahrzehnten und mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Das Thema Biodiversität gewinnt auch in der Finanzbranche zunehmend an Bedeutung. Die niederländische Zentralbank DNB veröffentlichte kürzlich als weltweit erste Notenbank einen Bericht, demzufolge der Verlust von Biodiversität auch Risiken für den Finanzsektor berge.

Finanzsektor und Biodiversität

Aus dem Bericht der DNB geht weiterhin hervor, dass Biodiversität von großer Relevanz für den Finanzsektor ist. Für die Triodos Bank sind damit nicht nur die Risiken gemeint, die Finanzinstitute mit der Finanzierung von Unternehmen eingehen, die einen sehr negativen Einfluss auf die Biodiversität haben oder deren Geschäftsmodelle von Ökosystemdienstleistungen abhängen.


Jetzt unterschreiben: EU-Petition zum Erhalt der Biodiversität


In unserem Visionspapier Towards ecologically and socially resilient food and agriculture systems zu ökologisch und sozial resilienten Nahrungsmittel- und Agrarsystemen favorisieren wir einen völlig neuen Ansatz für die Herstellung, den Handel und den Konsum von Nahrungsmitteln. Banken sollten demnach nur in Initiativen investieren, die sich positiv auf Mensch und Umwelt auswirken. Biodiversität sollte generell nicht als Risiko angesehen werden, da die Natur einen Wert an sich hat und sowohl vom Finanzsektor als auch von politischen Entscheidungsträgern gefördert werden sollte.

Positiven Wandel finanzieren

Seit ihrer Gründung hat die Triodos Bank genau dies getan. Unser Finanzmittel oder Investitionen flossen und fließen ausschließlich in Aktivitäten, die Biodiversität nicht schädigen. Gemäß unseren Mindeststandards für Finanzierungen und Investments treiben wir keine Geschäfte mit Unternehmen, die zum Beispiel in Abholzung, Umweltverschmutzung, Pestizidherstellung oder Bergbau involviert sind. Von Unternehmen, die in Sektoren aktiv sind, die ein hohes Schadensrisiko für die Biodiversität bergen, verlangt die Triodos Bank zusätzliche Strategien oder Zertifikate.

Mit vielen unserer Darlehen möchten wir Impulse für mehr Biodiversität geben. Biolandbau kommt beispielsweise ohne Kunstdünger und Pestizide aus, erkennt die Bedeutung von Biodiversität an und erfüllt die höchsten Standards für das Tierwohl. Sämtliche landwirtschaftliche Darlehen werden an Höfe vergeben, die zertifizierte Biolandbaubetriebe sind, auf ökologischen Landbau umstellen oder sich klar zu dessen Prinzipien und Methoden bekennen.

Positive Wirkung für die Biodiversität

Mit den von Triodos Investment Management verwalteten Fonds fördern wir den beschleunigten Übergang zu nachhaltigen Agrarsystemen. Die Impact-, Equities- und Bond-Fonds investieren in Unternehmen, die bei der Umstellung auf ein nachhaltiges Agrarsystem Vorreiter sind.

Biodiversität ist auch eines der Top-Themen der Triodos Foundation, die Teil des Triodos Regenerative Money Center ist. Sie unterstützt unter anderem die Initiative Commonland, die beabsichtigt, in den nächsten zwanzig Jahren zerstörte Ökosysteme mit einer Fläche von 150 Millionen Hektar wiederherzustellen. Außerdem unterstützt sie ein Forschungsprojekt, das den Einstieg in eine ökologisch ausgerichtete Kreislauf-Agrarwirtschaft begleitet.

Wirkung in Zahlen

Die biologisch bewirtschafteten Flächen der Agrarbetriebe, die von der Triodos Bank und von Triodos Investment Management 2019 finanziert wurden, produzierten das Äquivalent von 31 Millionen Mahlzeiten – genug Nahrungsmittel, um ca. 28.000 Menschen nachhaltig zu ernähren. Beide zusammen finanzierten europaweit rund 34.000 Hektar Fläche mit ökologischer Landwirtschaft. Dies bedeutet, dass auf je 13 Kunden eine landwirtschaftliche Nutzfläche von der Größe eines Fußballfelds entfällt, auf der genug für 550 Mahlzeiten pro Jahr produziert wird. Wir haben darüber hinaus 31.000 Hektar Naturschutzfläche finanziert.

Partnership Biodiversity Accounting Financials (PBAF)

Die Triodos Bank untersucht im Zusammenschluss mit anderen Finanzinstituten in Rahmen der Partnership Biodiversity Accounting Financials (PBAF), wie Banken oder Investoren zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität beitragen können und wie die Wirkung dieser Investitionen berechnet oder gemessen werden kann. Finanzinstitute könnten mit diesem Wissen Investitionsrichtlinien formulieren, die Biodiversität berücksichtigen.

In einem Bericht wird die PBAF ein Basismodell vorstellen, mit dem sich die Wirkung von Investitionen auf die Biodiversität messen lässt. Die Wirkung wird für eine Reihe von konkreten Investments, zum Beispiel in Wiederaufforstung, Forstwirtschaft und Landschaftsrestaurierung berechnet oder gemessen. Für diese Messungen und Berechnungen soll eine allgemein anerkannte und unterstützte Grundlage und Methode geschaffen werden.

mrn

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Katja vor 3 Monaten

Eine Landwirtschaft die Biodiversität fördert muss auch entsprechend bezahlt werden. Der Mehraufwand im Bio Bereich wird bislang in keiner Weise adäquat bezahlt. Das heißt kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe betreiben Bio- Anbau mehr aus Idealismus. Im Grunde machen sie sich dabei selbst kaputt, weil die Erträge zu gering sind, die Vermarktungsstrukturen zu kompliziert und unwirtschaftlich sind.
Und ich weiß von was ich spreche, mein Mann arbeitet in einem landwirtschaftlichen Betrieb.