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Neuigkeit

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Der neue Film von „Taste the Waste“-Regisseur Valentin Thurn kommt am 16. April ins Kino

Der neue Film von „Taste the Waste“-Regisseur Valentin Thurn kommt am 16. April ins Kino

In seinem neuen Dokumentarfilm „10 Milliarden“ fragt sich Regisseur Valentin Thurn, wie die Landwirtschaft eine wachsende Weltbevölkerung ernähren kann. Wir haben den Film vor seinem Kinostart am 16. April angeschaut – und sind erleichtert, dass die Antwort so nahe liegt.

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Frittierte Insekten. „Nicht jedermanns Sache. Aber vielleicht werden wir alle schon bald nicht mehr wählerisch sein können,“ mein Valentin Thurn

Ein Imbisswagen mit frittierten Insekten streift in einer Szene zu Beginn des Films durch Thailands Straßen. „Nicht jedermanns Sache“, hört man Valentin Thurn sagen. „Aber vielleicht werden wir alle schon bald nicht mehr wählerisch sein können.“ Es ist Thurns Einstieg in eine bedrückende Zukunftsaussicht: 2050 werden zehn Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben. Wie, fragt sich der Dokumentarfilmer, will die Landwirtschaft uns dann alle satt kriegen? Auf der Suche nach einer Antwort begibt sich Thurn auf Weltreise. Er trifft Player der Agrarindustrie, die Hybridsaatgut, Futtersoja und Hähnchen im großen Stil produzieren. Er besucht afrikanische Kleinbauern, macht Bekanntschaft mit Saatgutbanken und spricht mit Biobauern in Europa. Und er schaut Wissenschaftlern über die Schulter, die an Genpflanzen und künstlichem Fleisch forschen. Seinen Gesprächspartnern begegnet Thurn mit unvoreingenommenen Blick. „Mir war wichtig zu verstehen, was das für Menschen sind, was sie antreibt. Ich habe eine Haltung, die der Zuschauer spüren soll, doch erstmal will ich die verschiedenen Ansichten auch begreifen“, sagt er uns im Interview.

Keine Kaufkraft, kein Essen

10 Milliarden - ab dem 16. April in den deutschen Kinos

10 Milliarden – ab dem 16. April in den deutschen Kinos

Einige Protagonisten des Films tragen ihre Sache so inbrünstig vor, dass man denkt, es könnte keine vernünftigere Antwort geben. Doch Thurn hinterfragt die angebotenen Lösungen und zieht seine Schlüsse. Hybride? Viel zu anfällig und Abhängigkeiten machend. Kunstdünger, um mehr aus dem Boden herauszuholen? Angesichts knapper Ressourcen eine endende Epoche. Lösungen aus dem Labor? Allein für die westlichen Märkte gemacht und viel zu teuer. Um alle satt zu kriegen, so kommentiert der Filmemacher, brauche es auch Lebensmittel, die sich alle Menschen leisten können.

Die Lösung liegt direkt vor der Tür

Eine Antwort auf die Ausgangsfrage ist also nur schwer zu bekommen. Am Ende des Films wagt Thurn dennoch ein Fazit: Den Hunger bekämpfen, das könnten am besten kleine und mittlere Bauern, die ihre Region mit Nahrung versorgen und sie damit unabhängig vom Weltmarkt machen. Eigenversorgung auf regionalem Level, erklärt Thurn, sei geradezu eine Krisenversicherung. „Dann sind Börsenrallys, bei denen die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schießen, nicht so tragisch.“

Das Feld der Essensproduktion nicht den globalen Konzernen überlassen, sondern in die eigene Hand nehmen: Wie das in der westlichen Welt funktionieren kann, auch dafür liefert der Film jede Menge Einblicke, etwa in die Solidarische Landwirtschaft und in das Urban Gardening. Doch man muss nicht zum Guerilla-Gärtner werden. Im Kleinen etwas bewegen lasse sich mit bewussterem Konsum, bemerkt Thurn. Weniger Fleisch essen beispielsweise, damit Kleinbauern nicht von futtermittelproduzierenden Großfarmern vertrieben werden. Dafür aber umso mehr zugreifen bei der Ernte vom Bauern nebenan.

Valentin Thurn

valentin_thurn_320Valentin Thurn ist freier Filmemacher und hat mehr als 40 Dokumentationen und Reportagen zu sozialen, entwicklungs- und umweltpolitischen Themen gedreht. Sein bekanntester Kinofilm „Taste the Waste“ war mit 130.000 Zuschauern einer der erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilme und wurde mehrfach ausgezeichnet. 2011 schrieb er zusammen mit Stefan Kreutzberger das Buch „Die Essensvernichter“. Ende 2014 ist sein neues Buch „Harte Kost“ erschienen. Valentin Thurn ist außerdem Gründer von „Foodsharing e.V.“ und der Regionalplattform „Taste of Heimat“, die er im Anschluss an seinen aktuellen Film initiiert hat.

 

 

Der Trailer

Die offizielle Website zum Film: 10milliarden-derfilm.de

 

Unsere Autorin Katja Hellmuth kam in den Genuss der Film-Preview – und hat daraus vor allem die Zwischentöne mitgenommen, die uns an Boden und Samen als Quellen unserer Nahrung erinnern – und daran, wie wichtig es ist, sie zu beschützen. Katja Hellmuth ist freie Autorin und schreibt als Mitglied des Autorenteams von raabengrün regelmäßig für Die Farbe des Geldes.

Bildquelle aller verwendeten Bilder im Beitrag: © 2015 PROKINO Filmverleih GmbH

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