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neuigkeit

Wir bechern zu viel

Eine neue Idee im Kampf gegen To-Go-Bechermüll

Eine neue Idee im Kampf gegen To-Go-Bechermüll

320.000 To-Go-Becher landen pro Stunde in Deutschland im Müll. Viel zu viel. In Frankfurt startet eine neue Initiative, die dem Becher-Problem mit neuen Mitteln den Kampf ansagt.

Jede Stunde landen in Deutschland 320.000 Coffee to go Becher im Müll. Rund 2,8 Milliarden Becher gehen jährlich über die Ladentheken der Republik – 25 Millionen davon alleine in Frankfurt am Main. Deutschland – wie so viele andere Länder auch – hat ein Becherproblem.

Zwar füllen viele Cafés und Restaurants inzwischen auch Mehrwegbecher von Kundinnen und Kunden auf – doch durchgesetzt hat sich das eigene Mitbringen des Bechers nicht. Woran das liegt? Vielleicht am Mind-Behavior-Gap, mit dem wir alle zu kämpfen haben? Wenn Eigeninitiative das To-Go-Problem nicht lösen kann, muss ein anderer Ansatz her, dachte sich das Team von „Lust auf besser Leben“ um Marlene Haas und starteten einen vielversprechenden Versuch in Frankfurt.

Marlene ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit vor allem durch die Förderung von lokalem Zusammenhalt entstehen kann und rief im April dieses Jahres zusammen mit „Von Wegen“ „Cup2gether“ ins Leben. „Cup2gether“ setzt, wie der Name schon erahnen lässt, nicht nur auf eine Seite – sprich Verbraucherinnen und Verbraucher oder Unternehmen – sondern auf einen gemeinsamen Ansatz:

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In rund 40 Cafés, Kiosken & Co. in und um die beliebte Berger Straße in den Frankfurter Stadtteilen Bornheim und Nordend können Kundinnen und Kunden Kaffee und andere Getränke in Mehrwegbechern kaufen. Das Besondere dabei: Den Pfandbecher können sie danach nicht nur in einem Café abgeben sondern bei allen Cafés, die beim Versuch mitmachen. Ziel „Cup2gether“ ist es, ein engmaschiges Netz aus Cafés & Co. zu etablieren, das in Frankfurt (und darüber hinaus) Coffee to go Becher überflüssig macht.

Die Initiative in Frankfurt ist ein gutes Beispiel für die vielen kleineren und größeren Bestrebungen, die es inzwischen in ganz Deutschland im Bereich der Müllvermeidung und Lebensmittelverschwendung gibt: So machen seit 2012 und dem Start von „Original Unverpackt“ in immer mehr Städten Zero-Waste-Läden auf. Eine Übersicht, wo die verpackungsfreien Läden zu finden sind, gibt es hier. In Berlin gibt es seit kurzer Zeit mit SIRPLUS den ersten Supermarkt, der abgelaufene aber noch einwandfrei konsumierbare Lebensmittel anbietet. Sogar ein Foodtruck, der Essen mit geretteten Zutaten anbietet, rollt über die Straßen. In zahlreichen Blogs geben Bloggerinnen und Blogger darüber hinaus Tipps, wie sich Müll minimieren lässt.

Die Initiativen sind auch dringend notwendig – gerade in Deutschland. Zwar geben wir uns gerne als Müll-Trenner und Recycling-Weltmeister aus, doch erstens funktioniert das Müllrecycling bei genauer Betrachtung nicht so effektiv wie behauptet (ein Problem: Der Abfall, der in eine Recyclinganlage transportiert wird, gilt statistisch als recycelt, ob er dann tatsächlich recycelt wird, steht auf einem anderen Blatt.) und die Deutschen produzieren deutlich mehr Müll, als der Durchschnitt der EU-Bürgerinnen und Bürger: Hierzulande sind es pro Jahr und Kopf 617 Kilogramm, im EU-Schnitt 481 Kilo.

Text: Isabella Lessing & Michael Rebmann

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Peter vor 2 Monaten

Nicht schlecht aber da finde ich die Freiburger Variante weitgreifender und damit besser. Übrigens auch schon seit mehrmals 2 Jahren in Betrieb.
https://www.abfallwirtschaft-freiburg.de/de/news/pfandbecher__neu.php

Christian vor 2 Monaten

Also entweder es sind rund 320.000 Becher pro Stunde oder die 2,8 Mrd. im Jahr stimmen nicht und es sind dafür 280 Millionen :-/

Antwort an Christian
Michael Rebmann (Triodos Bank) vor 2 Monaten

Sie haben ganz Recht, es sind 320.000 Becher pro Stunde. Zum Glück bin ich bei der Triodos Bank nur fürs Schreiben zuständig und nicht fürs Rechnen 😉

Anna vor 2 Monaten

Schön! Noch sinnvoller fände ich es aber, bereits bestehende Projekte wie ReCup, ein deutschlandweites Pfandbechersystem (www.recup.de), auszubauen. Ich denke, dass ein einheitliches System bessere Chancen hat, sich zu etablieren 🙂

Helga vor 2 Monaten

Hallo Herr Rebmann, super Antwort!!! Ich musste lachen, das ist ja immer gut.