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einblick

Das Bankgeschäft ist die Kunst des Ausbalancierens

Wie funktioniert eigentlich eine Bank? Die Frage wird im Alltag selten gestellt, obwohl sie sehr berechtigt ist. Denn Banken spielen für jeden Einzelnen von uns privat und für unsere Gesellschaft als Ganzes eine zentrale Rolle. Entgegen der allgemeinen Vermutung ist die Antwort auf die Frage nicht unbedingt komplex. 

Abgesehen von der Bereitstellung von Zahlungsverkehrsdienstleistungen geht es bei einer Bank auf der einen Seite vor allem darum, Spareinlagen sicher zu verwahren. Und auf der anderen Seite, Geld an Privatpersonen, aber auch speziell an Unternehmer zu verleihen, die zum Beispiel in den Ausbau ihrer Produktion oder ihres Dienstleistungsangebots investieren möchten.„Damit bringt eine Bank Sparer, die gerade Geld übrig haben, mit Unternehmern zusammen, die gerade Geld benötigen, um ihre Projekte zu finanzieren“, sagt Pierre Aeby, Finanzvorstand (CFO) und Mitglied des Vorstands der Triodos Bank. „Es ist wichtig, diese Verbindung in ein Gleichgewicht zu bringen. Das Bankgeschäft ist die Kunst des Ausbalancierens. Mit ihr erfüllt eine Bank ihre gesellschaftliche Rolle.“

Im Zentrum eines Kräftefelds stehen

Das Basismodell einer Bank ist übersichtlich, weil sie im Prinzip in einer Art Kräftefeld steht, das im Wesentlichen von vier Parteien bestimmt wird, so Aeby. „Neben Sparern und Kreditnehmern sind das die Mitarbeiter und die Anteilseigner.“ Anteilseigner sind bei der Triodos Bank übrigens die Inhaber Aktienähnlicher Rechte.

Alle vier betroffenen Parteien haben ihre eigene Funktion in diesem Kräftefeld. Aeby: „Ein Sparer vertraut der Bank sein Geld an und erhält als Gegenleistung einen Sparzins. Ein Kreditnehmer leiht sich Geld bei der Bank und bezahlt dafür einen Zins auf die Kreditsumme. Anteilseigner investieren ihr eigenes Vermögen in die Bank, die dadurch die Grundlage erhält, Kredite vergeben zu dürfen und wachsen zu können. Als Teilhaber an der Bank partizipieren sie an dem Gewinn (oder aber auch an dem Verlust) der Bank. Angestellte erhalten ein Gehalt dafür, dass sie der Bank ihr Wissen und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.“

Pierre Aeby„Eine Bank, die ihr Geschäftsmodell transparent gestaltet, gewährt allen Betroffenen bzw. Interessengruppen Einsicht.“

Pierre Aeby, Finanzvorstand (CFO) und Mitglied des Vorstands der Triodos Bank

Die Bank selbst steht dabei im Zentrum dieses Kräftefelds. „Sie verdient an der Differenz zwischen den eingenommenen Zinsen aus dem Kreditgeschäft und den ausgegebenen Zinsen für die Sparer“, führt Aeby aus. „Aus dieser Differenz werden unter anderem die Betriebskosten der Bank und Gehälter der Mitarbeiter bezahlt. Ein Teil bleibt übrig als Gewinn für die Anteilseigner. Eine Bank, die ihr Geschäftsmodell transparent gestaltet, gewährt allen Betroffenen bzw. Interessengruppen Einsicht in die Art und Weise, wie sie deren Belange in Beziehung gesetzt und gewichtet hat.“

Indem sie Spareinlagen an Kreditnehmer verleiht, verwandelt eine Bank „kurzfristiges“ in „langfristiges Geld“. Aber: „Eine Bank muss immer, zu jedem Zeitpunkt, in der Lage sein, Sparern ihre Einlagen auszuzahlen, wenn sie das Geld abheben möchten“, so Aeby weiter. „Um das gewährleisten zu können, sorgt sie dafür, dass immer ein ausreichender Anteil der Einlagen in liquiden Mitteln zur Verfügung steht, sprich Geld in einem kurzfristigen Kreislauf vorgehalten wird. Das nennt sich in der Fachsprache auch ,Liquiditätsreserve‘. Sie wird in Form von Einlagen bei der Bundesbank, als Bank- bzw. Staatsanleihen oder auf Konten (und in kurzfristigen Sparprodukten) bei anderen Banken gehalten.

Mit dem anderen, weit größeren Teil der Einlagen finanziert die Bank Privatpersonen und insbesondere Unternehmer. Damit sie wiederum ihre Investitionen finanzieren können, benötigen sie das Geld allerdings für eine längere Zeit. Die Kredite werden über mehrere Jahre zurückgezahlt. Dieses Geld bewegt sich in einem langen Kreislauf. Zu den Aufgaben einer Bank gehört es, das optimale Verhältnis zwischen dem kurzfristigen und dem langfristigen Geldkreislauf zu finden.“

Das Gleichgewicht halten

Zurück zum Basismodell der Bank. Sparer, Kreditnehmer, Anteilseigner und Mitarbeiter sind also sehr eng miteinander verbunden, auch wenn das nicht immer für alle so sichtbar ist, stellt Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland, fest. „Wenn man zum Beispiel die finanziellen Belange einer der Parteien höher gewichtet, hat das unmittelbar Folgen für die andern. Es ist Aufgabe der Bank, immer die Balance aller Belange zu erhalten.“

Wenn das Gleichgewicht verloren geht, hat das fühlbare Konsequenzen: „Bietet eine Bank einen relativ hohen Sparzins an, muss der Unternehmer, der Geld leiht, einen höheren Zins zahlen.“ Ein Ungleichgewicht entsteht auch dann, wenn eine Bank die Interessen der Anteilseigner zu sehr in den Mittelpunkt stellt. „Das kann sie dazu verleiten, höhere finanzielle Risiken mit so wenig Eigenkapital wie möglich einzugehen. So wird ein Hebel, auch leverage genannt, kreiert mit dem Zweck, die Rendite pro Anteil zu erhöhen. Das Problem dabei ist, dass dies nur in guten Zeiten funktioniert. Wenn die „Wette“ nicht aufgeht und sich das höhere Risiko nicht durch eine höhere Rendite auszahlt, sondern es sogar zu Verlusten führt, entsteht eine negative Spirale. Es kann sogar zu Zweifeln an der Stabilität der Bank kommen. Dadurch geraten die Interessen der Sparer, Kreditnehmer und Mitarbeiter ebenfalls unter Druck. Dass dieses Szenario keine graue Theorie ist, konnte jeder in den letzten Jahren während der Finanzkrise erkennen.“

GeorgSchuermann„Unsere Gründer haben uns die Mission mit auf den Weg gegeben: Die Lebensqualität und ein Leben in Würde zu fördern.”

Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland

Wenn man sich an diesem Punkt zurückbesinnt auf das Basismodell der Bank, muss man feststellen: „Banken sind nicht dazu da sind, maximale finanzielle Resultate zu erzielen“, so Aeby. „Sie haben eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Das sichere Verwahren von Spareinlagen, ein effizienter Zahlungsverkehr und zuverlässige Kreditvergabe sind unentbehrlich für unser Zusammenleben und unsere Ökonomie.“

Positiv verändern

„Die Besonderheit bei der Triodos Bank ist, dass wir mit dem Geld der Sparer ausschließlich nachhaltige Unternehmen und Projekte finanzieren“, sagt Schürmann. „Unsere Gründer haben uns die Mission mit auf den Weg gegeben, mit den Möglichkeiten einer Bank die Lebensqualität der Menschen zu fördern und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Bevor ich zur Triodos Bank kam, arbeitete ich im herkömmlichen Banksektor. Sie können mir glauben, eine Mission, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch in der Praxis gelebt wird, habe ich dort nicht gesehen oder erlebt. Der Anspruch, der eigentlich jede Bank, jedes Finanzinstitut oder auch allgemein jedes Unternehmen leiten sollte, scheint so selbstverständlich und ist doch leider etwas Besonderes.“

Aeby: „In unserer Mission lässt sich auf eine andere Art und Weise das Streben nach Balance im Bankwesen wiederfinden. Das, was Georg Schürmann gerade beschrieben hat, kann man auch mit einem zentralen Begriff zusammenfassen: nachhaltige Entwicklung. Sie ist in ihrem Kern eine ausbalancierte Entwicklung. Damit meine ich die Balance zwischen Mensch, Natur und Wirtschaft.“

Eine immer größere Zahl Menschen fühlt sich nach Aebys Worten dieser Mission verbunden. „Sie vertrauen uns immerhin ihr Erspartes an. Dieses Vertrauen begreifen wir als einen klaren Auftrag, die Idee eines nachhaltigen, ausbalancierten Bankings weiter voranzutreiben. Das bedeutet, dass wir jedes Mal erneut sorgfältig abwägen, welche Unternehmer und Projekte wir finanzieren – und welche auch ganz klar nicht, weil es ethisch nicht vertretbar ist. Letztendlich dreht es sich bei der Triodos Bank immer um das Gleichgewicht zwischen gesellschaftlicher und finanzieller Rendite und den Ansprüchen der Interessengruppen der Bank.“ mwa, sj

Anteilseigner auf der HauptversammlungKim van der Veer – Inhaberin Aktienähnlicher Rechte seitdem sie 18 Jahre alt ist

„Wenn Leute mir erzählen, dass sie ein Konto bei der Triodos Bank eröffnet haben, dann sag ich: Hey, danke! Ich habe mit einem Aktienähnlichen Recht angefangen, einfach nur um mal zu sehen, wie das funktioniert. Mittlerweile habe ich einen größeren Betrag in Aktienähnlichen Rechten angelegt. Ich empfinde mich wirklich involviert in die Bank. Als Inhaberin Aktienähnlicher Rechte bin ich Teilhaberin. Das ist doch ein anderes Gefühl, als nur ein Giro- oder Sparkonto dort zu haben. Ich bin stolz drauf, wenn es meiner Bank gut geht und wenn sie neue Kunden gewinnt.“

DFDG_7_feuerwehrmann_320x320Ludger Kotulla – der Sparer

„Auf die Triodos Bank bin ich aufmerksam geworden, als ich eine Rechnung angewiesen habe. Von der Triodos Bank hatte ich noch nie etwas gehört. Dann habe ich einige Triodos Mitarbeiter kennengelernt und eröffnete schon bald ein Tagesgeldkonto, meine ‚Schatzkiste‘, später auch ein Girokonto für meine kleine Firma. Eigentlich freue ich mich immer, wenn ich mal bei der Triodos Bank anrufen ‚muss‘. Es ist ein bisschen wie in einer Familie. Mich begeistert der „Service aus einer Hand“ – kein Verbinden zum ‚Zuständigen‘. Meine Freunde und Bekannte sind oft irritiert, wenn ich von meiner Bank erzähle. Wenn ich dann frage: ‚Weißt du, womit deine Bank deine Zinsen verdient?‘, habe ich immer den Eindruck, über die Bank und über Geld spricht man nicht. Ich hoffe, dass es mir in Zukunft gelingt, Menschen aus meinem Umfeld zum Bankwechsel zu bewegen.“*

DFDG_5_frau_320x320Claudia Peter, Personalverantwortliche bei der Triodos Bank Deutschland – die Mitarbeiterin

„Unser Vergütungsmodell ist Ausdruck dessen, wofür wir als Organisation stehen. Bei uns gibt es beispielsweise keine Boni, und auch der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Gehalt ist auf den Faktor 10 begrenzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich mit der Mission der Bank verbunden. Die Leidenschaft, die sich daraus ergibt, kann man überall in der Organisation spüren.“

DFDG_6_mann_320x320Ernst Schütz, Inhaber des Umweltversands Waschbär – der Unternehmer

„Es ging Triodos nie darum, maximalen Profit aus Unternehmen herauszupressen, sondern um eine wirtschaftlich gesunde Entwicklung. Waschbär hat die Freiheit bekommen, die man braucht, um ein Unternehmen zu entwickeln. Die Gespräche mit Triodos über Pläne und Ziele haben immer auf Augenhöhe stattgefunden.“*

* Statement in ähnlicher Form schon einmal abgedruckt in „Was macht eigentlich mein Geld?“, eine Broschüre für Verbraucherinnen und Verbraucher von urgewald e.V., ISBN 978-3-9813351-7-0. Sind Sie interessiert an der Broschüre? Dann senden Sie bitte eine Mail an gewinnen@triodos.de. Wir spendieren den ersten 15 Einsendungen ein Freiexemplar.

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