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interview

“Es wird nicht mehr genug über Bücher gesprochen”

Zwei Triodos-Kundinnen verlegen ein ganz besonderes Magazin

Zwei Triodos-Kundinnen verlegen ein ganz besonderes Magazin

Das KolibriMAG ist ein digitales Magazin zum Blättern, mit einem ganz besonderen Fokus. Annette Coumont und Jutta Echterhoff bringen es heraus und erklären, was es damit auf sich hat.

Die Triodos-Bank-Kundinnen Annette Coumont und Jutta Echterhoff wollen mit ihrer Agentur eco publishing Menschen digital zu einer nachhaltigen Lebenskultur inspirieren. Ihr neuestes Projekt ist das KolibriMAG, ein sehr besonderes, digitales Büchermagazin. Im Interview erklären die beiden, warum es trotz Reizüberflutung nachhaltige Kommunikation braucht und was es mit dem KolibriMAG auf sich hat.

Annette, Jutta, ihr habt Anfang 2018 eco publishing gegründet. Wie kam es dazu?

Wir haben bereits einige Jahre vor der Gründung von eco publishing in 2018 als freiberufliche Experten das Online Magazin evidero – bewusst.besser.leben mit aufgebaut. Es war uns immer sehr wichtig, für sinnvolle Themen und Projekte zu arbeiten. Daher haben wir passenden Experten und Unternehmen hochwertigen Content und spannende redaktionelle Inhalte, wie Storytelling, Bewegtbild, Podcasts, Websites, und eigene Magazine angeboten und erstellt. Das ist gerade für nachhaltig oder ethisch ausgerichtete Unternehmen sehr wichtig, denn deren Botschaft ist wertvolle Information, die für Leser einen echten Mehrwert bietet. Wir erzählen die Story in Text, Bild oder Audio und machen sie digital sichtbar.

Als Spezialisten in der Erstellung von hochwertigem Content für Themen rund um bewusstes Leben und Nachhaltigkeit war es für uns ein konsequenter Schritt, unsere Expertise mit der Gründung von eco publishing zu bündeln und einem wachsenden Markt von nachhaltig handelnden Unternehmen Content Marketing anzubieten.

Ihr wollt mit eco publishing Menschen zu einer bewussten Lebenskultur inspirieren. Was versteht ihr unter einer bewussten Lebenskultur und wie trägt eure Kommunikation dazu bei?

Was bedeutet es heute, bewusst Mensch zu sein? – All unser Handeln ist Ausdruck unserer modernen Lebenskultur. Handeln wir bewusst, dann reflektieren wir stets unser soziales, wirtschaftliches und ökologisches Umfeld. Und wir sollten uns selbst bewusst sein – hinzu kommt also auch eine spirituelle Ebene (nicht unbedingt eine Religion), auf die wir unser Handeln richten können. Das alles umfasst eine bewusste Lebenskultur.

“Aber de facto nimmt die Nutzung der digitalen Medien ja immer weiter zu und verdrängt andere Angebote, die in unsere Lebenszeit einfach nicht mehr reinzupassen scheinen”

Annette Coumont

Der Wunsch bewusst leben zu wollen, ist mittlerweile in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen wollen nachhaltig handeln aber gleichzeitig das Leben genießen. Deshalb liegt es in unserem publizistischem Interesse, möglichst viele Menschen zu einer bewussten Lebenskultur zu inspirieren. Das tun wir z.B. mit unserem neuen Magazin KolibriMAG – dem digitalen Büchermagazin für bewusste Lebenskultur. Aber auch für jeden unserer Kunden, der digital sichtbar werden und seine Botschaft zu seiner Zielgruppe bringen möchte.

 

Bedarf es für ein bewusstes Leben in einer reizüberfluteten Gesellschaft nicht eher weniger Kommunikation als mehr?

Auf den ersten Blick ja. Schaut man aber genauer hin, so stellt man fest, dass die meisten Menschen erst noch lernen müssen, bewusst mit der digitalen Technik und der Informationsflut umzugehen. Die digitale Transformation ist unumkehrbar und wird alle Lebensbereiche und unsere gesamte Lebenskultur umkrempeln. So erscheint es für manchen gerade noch paradox eine digitale App für Zeitmanagement, Meditation oder Entspannung zu nutzen. Aber de facto nimmt die Nutzung der digitalen Medien ja immer weiter zu und verdrängt andere Angebote, die in unsere Lebenszeit einfach nicht mehr reinzupassen scheinen. Wir möchten die Menschen also da abholen, wo sie sich nun einmal überwiegend aufhalten: im Netz – und dort zu einer bewussten Lebenskultur inspirieren. Dazu gehört dann auch der bewusste Umgang mit digitalen Medien und Reizüberflutung.

 

Gerade ist die erste Ausgabe eures KolibriMAG, ein digitales Büchermagazin, erschienen. Warum ein Büchermagazin?

Jutta Echterhoff (l.) und Annette Coumont

Zunächst einmal finden wir, dass ein Buch DAS Medium schlechthin ist. Wir lieben gute Bücher und sie gehören für uns unabdingbar zu einer bewussten Lebenskultur. Wir beobachten besorgt, dass Verlage und Buchhändler ein großes Problem durch den Rückgang der Verkaufszahlen von Büchern haben. In den letzten sechs Jahren ist der Absatz von Büchern nach einer Studie des Börsenverein Deutscher Buchhandel um um mind. 6,7 Mio Käufer zurückgegangen. Und dieser dramatische Trend hält ungebrochen an. Schuld tragen die digitalen Medien und alternative digitale Unterhaltungs-Angebote wie z.B. Netflix. Aber auch die Branche selbst hat die Entwicklung verschlafen, denn es wird über Bücher einfach nicht mehr genug gesprochen, sie sind medial, vor allem in den sozialen Netzwerken, unterrepräsentiert.

Dabei empfinden die meisten Menschen es als absolut entspannend und wertvoll, sich Zeit für ein gutes Buch zu nehmen. Und wären auch bereit, Geld dafür auszugeben. Vor allem, wenn das Buch ihre Interessen reflektiert und für ihr Leben relevant ist. Eine Untersuchung der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hat das herausgefunden und rät, dass Bücher wieder mehr zum Thema werden, und Kommunikation über ihre Inhalte digital erfolgen sollte. Denn nach Büchern sucht man digital und die Menschen brauchen vor allem Orientierung und Empfehlungen bei der digitalen Suche. Genau das können wir mit dem digitalen Büchermagazin KolibriMAG leisten. Ob das Buch dann hinterher digital oder analog gelesen wird, spielt keine Rolle.

 

Was steckt dahinter, wie funktioniert es und was ist das Besondere am KolibriMAG?

Die erste Ausgabe des KolibriMAG – das digitale Büchermagazin für bewusste Lebenskultur ist im Oktober 2018 erschienen.  Das Magazin ist ein digitales Blättermagazin mit einem abgeschlossenen gestalteten und inhaltlichen Rahmen, das man bequem online oder mobil lesen kann, ohne sich beim digitalen Lesen im Netz zu verlieren. Technisch ist es auf der weltweit größten und innovativen Online-Magazin-Plattform Issuu beheimatet, die über 1,5 Millionen Leser hat. Digitale Magazine zum Blättern sind in den USA schon seit Jahren en vogue und dieser Trend kommt gerade auch zu uns nach Europa.

Das KolibriMAG ist als erstes digitales Büchermagazin ein Novum auf dem deutschen Markt und kuratiert namhafte Autoren und Bücherthemen, um kompetentes Wissen und Inspiration rund um ein bewusstes Leben zu vermitteln. Das Magazin bindet Blogger, Social Influencer und Kooperationspartner thematisch passend mit ein und setzt in der Distribution vor allem auf Social Media Reichweite durch starkes Empfehlungsmarketing und ubiquitäres Seeding. Diese Herangehensweise ist völlig neu für die Kommunikation von Büchern, die meist immer noch in Print über klassische Anzeigen beworben werden. Im KolibriMAG ist jeder einzelne Beitrag auf den wichtigsten Social Media Kanälen teilbar und kann gezielt in seiner Interessengruppe weiterempfohlen werden. Das Besondere ist also, dass wir mit dem KolibriMAG potenzielle Lesern vor allem digital und im Bereich Social Media Orientierung bei der Suche nach für sie relevanten Themen und Büchern geben. Das ist gut für Leser und die gesamte Buchbranche.

 

Ihr setzt mit dem KolibriMAG ausschließlich auf Content Marketing und schaltet keine klassischen Anzeigen. Das ist auf der einen Seite ein echter Mehrwert für die Leserinnen und Leser, da sie so viel mehr Informationen zu einem Thema bekommen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass redaktionelle und werbliche Inhalte verschwimmen. Wie seht ihr das?

Content Marketing ist zur Zeit ein sehr strapazierter Begriff. Es ist einfach eine Kommunikation über relevante Inhalte, die ein Unternehmen zu erzählen hat. Also perfekt geeignet für nachhaltig oder ethisch orientierte Unternehmen oder Institutionen, die etwas zu sagen haben, wie z.B. für eine nachhaltige Bank, alternative Energieanbieter oder Hersteller biologischer Lebensmittel oder Produkte. Um einer Vermischung von werblich-kommunikativ und redaktionell vorzugreifen, kennzeichnen wir die Inhalte, die durch einen Partner finanziert werden und machen diese Vorgehensweise von Anfang an bei unseren Lesern transparent. Der Inhalt des Contents muss dann so interessant, glaubwürdig und relevant sein, dass er gern vom Leser gelesen wird. Das dient seiner Information und Unterhaltung. Das Unternehmen seinerseits kann seine Story oder erklärungsbedürftigen Produkte glaubwürdig kommunizieren. Eine klassische Anzeige dagegen fällt der Werbemüdigkeit der Leser schnell zum Opfer.

Interview: Michael Rebmann

Titelfoto: John-Mark Smith on Unsplash

 

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Bernd vor 1 Woche

Egal wie wortreich die Damen das hier auch schönreden wollen: Content Marketing ist Werbung, die nicht als solche gekennzeichnet ist. Sie entlarven das auch selbst, wenn sie sagen: “Eine klassische Anzeige fällt der Werbemüdigkeit der Leser schnell zum Opfer.” Mit Content Marketing gelingt es also, Menschen Werbung unterzuschieben, die eigentlich keine Werbung lesen wollen.
Ich weiß nicht, was dieses Projekt auf dem Triodos Blog zu suchen hat.

Antwort an Bernd
Michael Rebmann (Triodos Bank) vor 1 Woche

Hallo Bernd,
danke für deinen Kommentar!
Annette und Jutta haben das Magazin gegründet, um auf neue nachhaltige Bücher aufmerksam zu machen. Ich finde das eine tolle Idee und wollte unsere Kundinnen unbedingt im Blog zu Wort kommen lassen. Dass sie dabei über Werbung finanzieren, finde ich nicht verwerflich. Über Content Marketing kann man streiten – und deshalb haben wir das Thema im Interview auch angesprochen. Viele Grüße!

Antwort an Michael Rebmann (Triodos Bank)
Bernd vor 1 Woche

Lieber Michael,
ich habe ja nicht Werbung per se kritisiert, sondern nur Werbung, die sich als Journalismus tarnt. Damit wird dem Leser nämlich die Freiheit genommen, selbst zu entscheiden, ob er Werbung lesen möchte oder nicht. Dass dabei für nachhaltige Unternehmen oder Bücher geworben werden soll, macht die Sache meines Erachtens kein bisschen besser. Im Gegenteil: Ich finde, dass nachhaltige Unternehmen nicht die schlechten Methoden konventioneller Unternehmen kopieren, sondern sich lieber an Werten wie Ehrlichkeit und Transparenz orientieren sollten.

Sandra vor 3 Tagen

Ich finde auch, es passt nicht zum Ansatz Nachhaltigkeit, wenn man Werbung so präsentiert, als wäre es ein neutraler Text. Da muss Werbung drüberstehen, sonst ist es unehrlich.

Antwort an Sandra
Michael Rebmann (Triodos Bank) vor 3 Tagen

Hallo Sandra, da steht ja auch Anzeige drüber. Wenn es anders wäre, wäre es natürlich sehr unehrlich.