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interview

“Einfach nur bio ist nicht genug”

Triodos-Bank-Kunde Biotop ° dein Fair Trade Bio-Shop geht einen konsequent nachhaltigen Weg

Triodos-Bank-Kunde Biotop ° dein Fair Trade Bio-Shop geht einen konsequent nachhaltigen Weg

Der Online-Shop Biotop ° bietet ausschließlich biologische Produkte an, die gleichzeitig auch unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt wurden. Inhaber Christoph König will damit explizit Kleinbauern und Kleinbetriebe fördern und macht sichtbar, welche Menschen hinter den Produkten stehen.

Christoph König geht mit seinem Online-Shop, Biotop ° dein Fair Trade Bio-Shop, einen konsequent nachhaltigen Weg: Er achtet strickt sowohl auf die ökologische als auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit. Seine Produkte sind biologisch und unter fairen Bedingungen hergestellt. Diese Kombination ist in Deutschland noch selten – insbesondere im Online-Handel. Im Interview erklärt der Triodos-Bank-Kunde was es mit seinem Geschäft auf sich hat.

Christoph, Biotop ist ein Online Bio-Shop, aber noch viel mehr. Warum „Biotop“ und was macht ihn so besonders?

Der Begriff Biotop stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten bíos für „Leben“ und tópos „Ort“ zusammen. Der Begriff beschreibt also einen „Lebens Raum“. Echter Lebens-Raum ist für uns etwas Natürliches, etwas Wertvolles. Und genau darum geht es.

 


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Wir wollen unseren Produzenten einen Lebensraum bieten, der den Wert von Mensch und Natur würdigt. Einfach nur „bio“ ist uns nicht genug. Als erster uns bekannter „Bio-Laden“ für ausschließlich Fair gehandelte Bio-Lebensmittel unterstützen wir mit jedem Produkt Kleinbauern und Kleinbetriebe bei der Erschaffung und Erhaltung ihres „Lebens-Raumes“. Im Gegensatz zum „Überlebens-Kampf“ in dem sich viele Bauern, insbesondere Kleinbauern heute oft befinden.

Der Preis von Produkten aus Fairem Handel liegt deutlich über den üblichen Weltmarktpreisen und bietet den Produzenten und Kleinbetrieben sichere Löhne. Es werden

Im Biotop: Christoph König (l.) geht einen konsequent nachhaltigen Weg.

Im Biotop: Christoph König (l.) und sein Mitarbeiter Florian gehen einen konsequent nachhaltigen Weg.

Standards festgelegt, um die Kleinbauern und Produzenten zu schützen. Das bezieht sich auch auf die Erfüllung sozialer Komponenten, wie medizinische Versorgung, Schulen für Kinder und der Einführung und Einhaltung von Frauen- und Arbeitsrechten. Durch langfristige Abnahmeverträge wird diese wichtige Grundlage gestärkt. Unsere Kunden bekommen bei uns sowohl ökologisch als auch sozial hochwertige Produkte aus eben diesem Lebens-Raum für ihren eigenen Lebens-Raum.

Woher bezieht ihr die Ware für euren Shop? Wie wählt ihr sie aus, welche Kriterien legt ihr an?

Produzenten sind Kleinbauern, Kleinbetriebe und Kooperativen aus der ganzen Welt, die Bio-Landwirtschaft oft noch ganz traditionell betreiben. Hinter jedem Produkt in unserem Shop stehen Menschen mit Gesichtern und Familien mit Geschichten.

Unsere Lieferanten sind u. a. die bekannten Fair-Trade-Pioniere aus Deutschland, die mit dem „Fairen Handel“ aus voller Überzeugung und mit viel Herzblut Mitte der 60er – Anfang der 70er Jahre begonnen haben. Eine Zeit, in der sich über fairen Handel noch kaum jemand Gedanken gemacht hat und Fair Trade noch kein Kaufargument war.

Wir führen aber auch Lebensmittel von Fair-Traidern, Kooperativen und Genossenschaften aus anderen Ländern, wie Belgien, Italien, Griechenland oder Österreich. So unterstützen wir den fairen Handel auch in Europa. Mittlerweile haben wir bei Biotop alle uns wichtigen Fair-Trader unter einem Dach. Wichtig für uns ist immer, dass sowohl die soziale, als auch die ökologische Komponente stimmt und unsere Kunden auch das bekommen, was sie kaufen: faire Bio-Waren.

Fair-Trader, die Discountern und großen Supermarktketten Auszeichnungen verleihen oder ihr Regelwerk z. B. mit Ausgleichsmengen besonders industriefreundlich gestalten, führen unserer Ansicht nach die eigentliche Idee ad absurdum. „Fair Trade Labels“, die „konventionelle“ Ware aufwerten und ihr Siegel dafür verkaufen, kommen für uns nicht in Frage.

Testet ihr die Artikel selbst, bevor ihr sie verkauft?

Ja. Das machen wir tatsächlich! …immer noch. Jeder einzelne Artikel in unserem Shop wurde von uns vorab verköstigt. Die besonders leckeren davon natürlich mehrfach. …und immer wieder.

“Wir wollen unseren Produzenten einen Lebensraum bieten, der den Wert von Mensch und Natur würdigt.”

Christoph König

Das Ganze hat ja mal so angefangen, dass wir Bestell-Emails mit einer Preisliste an Freunde, Bekannte und Verwandte geschickt haben. So haben wir anfangs verkauft! Im Zweifelsfalle mussten wir also bereit sein eine ganze Verpackungseinheit eines Artikels auch mal selbst aufzuessen. Deshalb waren wir von Anfang an besonders sorgfältig bei der Auswahl unserer Produkte und das haben wir auch so beibehalten.

Es macht einfach viel mehr Spaß, nur Produkte zu verkaufen, von denen man selbst richtig überzeugt ist.

Konsequent nachhaltig zu sein, ist euch wichtig. Wie zeigt sich das in eurem Shop und Arbeitsalltag abseits der Produzenten?

Bio, Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft, fairer Handel, bewusst sein – das gehört für uns alles untrennbar zusammen. Deshalb handeln wir natürlich auch über unsere reine Produktlinie hinaus so nachhaltig, ressourcenschonend und umweltfreundlich wie möglich. Das fängt bei der Verpackung und dem Versand an. So verpacken wir alle Bestellungen mit sauberen, recycelten Verpackungen und Dämmmaterialien, die bereits im Wareneingang anfallen. Wie übrigens größtenteils im Bio-Markt um die Ecke auch. So bringen wir selbst nicht unnötig zusätzliches Verpackungsmaterial in Verkehr und vermeiden viel Müll. Die Pakete verschicken wir dann CO²-neutral mit DHL GoGreen.

Wir arbeiten ausnahmslos mit echtem Ökostrom von EWS und unser Konto führen wir von Beginn an bei der Triodos Bank. Sämtliche Print-Werbematerialien lassen wir umweltfreundlich mit veganen Bio-Farben auf 100% Recycling-Papier drucken. Diese Aufzählung könnte im Detail noch lange fortgesetzt werden. Aber wir versuchen auch, immer noch besser zu werden. Aktuell planen wir die Einführung von Green IT. Das beinhaltet auch den Wechsel zu einem Provider, der mit Ökostrom arbeitet, energieeffiziente und schadstoffarme Geräte benutzt und insgesamt nachhaltig wirtschaftet.

Ihr kritisiert die unfairen Bedingungen in der Landwirtschaft. Was sollte sich dort ändern und wie könnte es erreicht werden?

Die Produktionsbedingungen in der konventionellen Landwirtschaft und ihre Folgen werden für Mensch und Natur immer verheerender. Eines der größten Probleme ist die Globalisierung der Landwirtschaft und damit die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Damit Bauern und Landwirte überhaupt noch kostendeckend wirtschaften können, müssen sie wachsen, wachsen, wachsen. Der Druck ist enorm und geht fast immer auf Kosten der Natur und des Tierschutzes und auf Kosten der Erzeuger selbst. Leider ist dieser Druck längst auch im konventionellen Bio-Sektor angekommen.

Massenproduktion, um durch den Export finanzielle Verluste der schwankenden Weltmarktpreise auszugleichen, sind ein Resultat dieser Entwicklung. Die Qualität der Lebensmittel und ihre ressourcenschonende Erzeugung sind so gut wie bedeutungslos. Die Bauern müssen wachsen und exportieren und es werden billige Lebensmittel importiert, um die Gier nach „viel und günstig“ zu bedienen.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern braucht es vor allen Dingen ein Umdenken vieler Verbraucher. Denn mit jeder einzelnen Kaufentscheidung gibt man seine Stimme und sein Investment für oder gegen eine Produktionsbedingung ab. Wir sehen da auch die Politik in der Pflicht eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Landwirtschaft zu fördern.

Den wichtigsten Schritt aber, kann jeder Mensch selbst tun, indem er sich entscheidet auch die Menschen zu nähren, die seine Nahrung produzieren und nicht nur die, die sie ihm verkaufen. Im Bewusstsein und im Umdenken der einzelnen Menschen liegt der Schlüssel für eine gerechte und lebenswerte Welt – in jeder Hinsicht.

Die Welt braucht mehr fairen Handel und nicht mehr „freien Handel“.

 

mrn

Titelfoto: Photo by Etty Fidele via Unsplash

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Tylercam vor 3 Wochen

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Katja vor 3 Wochen

Zentral finde ich folgende Aussage: “Den wichtigsten Schritt aber, kann jeder Mensch selbst tun, indem er sich entscheidet auch die Menschen zu nähren, die seine Nahrung produzieren und nicht nur die, die sie ihm verkaufen.” Denn die Beschäftigten im Bio-Landbau sind auch in Deutschland sehr schlecht bezahlt. Nur weil es derzeit noch genügend Personen gibt, die sich einfach für die Tätigkeit in der Landwirtschaft berufen fühlen, funktioniert das momentan noch einigermaßen. Aber fair ist es sicher nicht.