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einblick

Was tun wir gemeinsam mit unserem Geld?

Ein Debut in der deutschen Niederlassung der Triodos Bank:  Zum ersten Mal trafen sich die Teilhaber der Triodos Bank mit der Vorsitzenden der „Stiftung zur Verwaltung der Aktien der Triodos Bank“ (Stichting Administratiekantoor Aandelen Triodos Bank – SAAT), sowie Vertretern des Vorstands, des Aufsichtsrates und der deutschen Niederlassung. Ein spannender Tag mit interessierten Teilhabern und intensivem persönlichem Austausch über die Triodos Bank.

Es ist eine gute Tradition aller unserer europäischen Niederlassungen, den Austausch mit Kunden und Teilhabern sehr offen und regelmäßig zu pflegen.  Wenige Tage vor der offiziellen Hauptversammlung der SAAT, die 100% der Aktien der Triodos Bank hält, sowie der tagesgleich stattfindenden Hauptversammlung der Bank selbst, laden wir deshalb  unsere Teilhaber lokal ein. (Anm.: Offiziell und juristisch korrekt heißen unsere Teilhaber „Inhaber Aktienähnlicher Rechte“. Über die Sperrigkeit dieses Terminus haben wir auch am Freitag gemeinsam gelacht und weiterhin einfach von Teilhabern gesprochen) Am 15. Mai treffen wir uns also zum ersten Mal in Deutschland, denn seit Mitte 2014 ist es uns möglich, die Beteiligungen (in Form von Aktienähnlichen Rechten) an der Bank auch für deutsche Kunden anzubieten.

Bericht zur Geschäftsentwicklung

2015-05-19_104925Der Tag beginnt mit ausführlichen Berichten zur Geschäftsentwicklungen der Triodos Gruppe.  Bemerkenswert ist, dass alle Redner auf Deutsch sprechen.  So auch Vorstandsvorsitzender Peter Blom. Er berichtet über unsere Herausforderungen und Erfolge im Jahr 2014 und kommentiert den gerade erschienenen Geschäftsbericht. Einer der Schwerpunkte: Die Triodos Bank ist mit Ihrem gesamt verwalteten Vermögen von 10,6 Milliarden Euro und den über 1.000 Mitarbeitern nun definitiv ein mittelgroße Bank. Für uns bedeutet dies, die Organisationsstruktur, das Risiko-Management aber auch die Veränderung in der Unternehmenskultur gezielt zu organisieren, um bereit zu sein für eine Weiterentwicklung der Triodos Bank. In 2014 haben wir uns also bewusst auch mit uns selbst beschäftigt –  mit dem Ziel ein nachhaltiger, guter Partner für unsere Kunden zu bleiben. Und trotzdem sind wir weiterhin gesund und organisch gewachsen – ganz unaufgeregt und vorbei an so manchen Hochs und Tiefs der Finanzbranche.

Georg Schürmann, Geschäftsleiter der deutschen Niederlassung,  schaut nicht nur auf 2014 zurück, sondern resümiert über die ersten 5 Jahre, in denen die Triodos Bank in Deutschland Fuß gefasst. Als kleine Initiative mit wenigen Kreditnehmern, sowie Angeboten wie Tagesgeld, Sparplan und Festgeld sind wir Ende 2009 gestartet. Mittlerweile arbeiten hier über 50 Menschen zusammen. Wir haben eine hauseigene Kundenbetreuung sowie noch mehrere Angebote für nachhaltiges Banking etabliert und sind schon wieder beim nächsten Sparangebot, das in wenigen Wochen verfügbar sein wird. Auch im Bereich der Kreditvergabe hat sich einiges getan: Nach den schwierigen Jahren 2012 und 2013 haben wir Vieles angepackt und schauen nun hoffnungsvoll in die Zukunft. Und das ist wichtig, denn über die Kredite lösen wir unser Versprechen ein, den Wandel der Gesellschaft über die Finanzierung der nachhaltigen Wirtschaft voranzutreiben.

Einblicke in die Stiftung SAAT

Josephine de Zwaan, Vorsitzende der SAAT, stellt zunächst einmal die Aufgabe und Rolle der Stiftung dar.  Die SAAT stellt sicher, dass die Triodos Bank ihre Mission und Geschäftsgrundsätze möglichst unabhängig erfüllen kann. Das heißt aber nicht, dass sie im Tagesgeschäft und bei Management-Entscheidungen der Bank Einfluss nimmt. Es ist vielmehr der regelmäßige Austausch mit Mitarbeitern, dem Vorstand und Aufsichtsrat der Bank und die gemeinsame Arbeit an Strategien und Zukunftsszenarien, die dies sicherstellen. Darüberhinaus verwahrt sie die Aktien der Triodos Bank, denn sie sollen nicht im freien Handel käuflich sein. So verhindert die Stiftung fremde und ungewollte Übernahmen. Diese juristischen Konstruktion aus Bank, Stiftung und Teilhabern ist der zweite Schwerpunkt von Josephines Beitrag.

Die Möglichkeit, dass eine Stiftung die Aktien eines Unternehmens alleine hält, und man sich über die Stiftung  indirekt am Unternehmen „beteiligen“ kann, ist für uns Deutsche ungewöhnlich, aber dank des niederländischen Rechtes möglich. So ergeben sich drei Gremien (Stiftungsrat, Aufsichtsrat und Vorstand der Bank), die sich gegenseitig kontrollieren und inspirieren. Und es gibt – ähnlich wie in einer Genossenschaft – eine Vielzahl von Unterstützern, die sich mit Ihrem Geld und an dem Unternehmen beteiligen, ohne ausschließlich der finanziellen Rendite zu folgen.

Austausch mit unseren Teilhabern

Nun folgt der spannende Teil des Tages: Die Fragen der Teilhaber an die Vertreter der Triodos Bank. Wir sprechen über die Zukunft der Bank, die Robustheit des Geschäftsmodells, wie wir dem Megatrend Digitalisierung begegnen, über Sinn und Aufwand der regulatorischen Anforderungen, Lobbyarbeit für nachhaltiges Banking und vieles mehr. Transparent und persönlich nehmen insbesondere Peter Blom und Georg Schürmann Stellung und machen deutlich, wie ambivalent wir die Veränderungen der Finanzbranche erleben.

„Es sind nicht mehr die Regierungen, die die Speerspitze bilden, wenn es darum geht, mit Hilfe innovativer und zukunftsgerichteter Ideen eine bessere Welt zu erschaffen, sondern Privatpersonen oder Unternehmen.”

Peter Blom, CEO der Triodos Bank

Einerseits sind wir Vorreiter und Unterstützer eines einfachen und transparenten Bankgeschäfts, von einem bewussten und verantwortlichen Umgang mit Geld. Für die politische Veränderung zugunsten einer fairen und am Gemeinwohl orientierten Wirtschaft. Andererseits sind wir auch Teil des Systems. Wir sind ebenfalls betroffen von starker Regulation und damit Dokumentation unseres Handels. Wir versuchen, das maximal mögliche Kapital unserer Einlage-Kunden als Kredite in die Welt zu bringen, aber auch das ist in der heutigen Zeit anspruchsvoll – wenn man als Bank auch selbst nachhaltig und profitabel wirtschaften möchte.

Die sehr offene und manchmal durchaus kritische Diskussion nehmen wir mit in die Mittagspause – leckeres Bio-Essen vom Caterer Safran stärkt uns für den Nachmittag.

Das Landgut Stober – finanziert durch die Triodos Bank

2015-05-19_114614Das Highlight des Tages ist der Beitrag von Michael Stober, Kreditkunde der deutschen Niederlassung und Geschäftsführer des Landgut Stober. Und ein begeisterter und unterhaltsamer Redner! Er zeigt uns, was er mit dem Geld der Triodos Bank Kunden geschaffen hat, nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die Geschichte unseres Landes und dieses einzigartigen Ortes. Von Lokomotiven über nachhaltige Landwirtschaft,  clevere Energiekonzepte des 19. Jahrhunderts bis hin zum Kreisauer Kreis, einer Widerstandsgruppe während der Zeit des Nationalsozialismus – Michael Stober beeindruckt uns mit vielen kulturhistorischen und persönlichen Details.

Es wird deutlich, dass gerade in der Kombination von Kultur, Umwelt und Wirtschaftlichkeit die Kraft seines Projektes liegt (die Anzahl an Buchungen gibt Michael Stober sicherlich Recht). Und genau dieses Verständnis von Nachhaltigkeit deckt sich zu 100% mit der Mission der Triodos Bank. Letztendlich hat Micheal Stober wieder einige potenzielle Gäste gewonnen, denn auch für Privatpersonen ist eine Übernachtung und leckeres ökofaires Essen möglich und wirklich empfehlenswert.

Es war ein toller Tag. Die persönlichen Gespräche, die Offenheit und Lockerheit aller Anwesenden und die spannenden Themen haben mir wieder einmal verdeutlicht, dass wir als Bank eben nur stark sind durch die Gemeinschaft, die uns umgibt. Egal ob als Teilhaber mit einem Aktienähnlichen Recht für ca. 80€ oder als Kreditnehmer mit einem Großprojekt, egal ob Aufsichtsrat oder Privatmensch, uns eint ein gemeinsames Ziel und gemeinsame Werte. Dieses Gefühl bleibt. Und nährt die Vorfreude auf den nächsten Austausch – sei es bei einer Messe, Diskussionsveranstaltung oder beim nächsten Jahrestreffen der „Inhaber Aktienähnlicher Rechte“.

Diesen Artikel verfasste Jan Miller, Marketingleiter der Triodos Bank Deutschland.

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