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einblick

Finanzmarkt: Deutsche fordern strengere Regeln

Nach der Finanzkrise fordern viele Menschen Reformen. In einer gezielten Umfrage wollten wir es genauer wissen – und haben dabei herausgefunden, welche Meinung die Bundesbürger zur Bank- und Finanzmarktregulierung tatsächlich haben.

Unsere bei TNS Infratest Politikforschung in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage kurz vor der Bundestagswahl hat deutliche Antworten offengelegt. Zwar sehen nur ein Drittel der Deutschen ihre wirtschaftliche Situation durch die Euro- und Finanzkrise verschlechtert. Dennoch plädiert mit 89 Prozent die Mehrheit der Befragten dafür, dass der Staat zukünftig strengere Regeln für die Finanzwirtschaft aufstellen sollte. Mit den bislang eingeleiteten Regulierungsmaßnahmen sind die meisten unzufrieden: 65 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass keine ausreichenden Schritte vonseiten der Politik unternommen worden sind, um eine Wiederholung der Krise zu vermeiden.

Verzögerte Reformpolitik

Damit teilt die Mehrheit der Bevölkerung die Auffassung von Experten, denen die bisherigen Reformen entweder nicht weit genug gehen oder die inhaltliche Schwächen darin beklagen. Zudem wurden Gesetze zum Schutz der Sparer und Steuerzahler verzögert angegangen: Erst im Juni 2013, fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise, hat der Bundesrat unter anderem der Einführung eines Trennbankensystems zugestimmt, wonach Banken bei Überschreitung bestimmter Schwellenwerte riskante Handelsgeschäfte vom klassischen Kundengeschäft abtrennen müssen.

„Alle Banken in Deutschland sollten sich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren.“

Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank

Während das Gesetz zum Trennbankensystem von einzelnen Protesten aus der Kreditwirtschaft begleitet wurde, stellt sich die Triodos Bank hinter den Vorstoß der deutschen Politiker. „Alle Banken in Deutschland sollten sich wieder auf ihre Kernaufgabe, das heißt Einlagen einsammeln und hiermit Kredite vergeben, konzentrieren“, fordert Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank.

Allerdings betont Schürmann: „Regulation, die auf Pauschallösungen setzt und damit kleine und mittelständische Banken in einen Topf mit den Großbanken wirft, ist nicht der richtige Weg. Vielfalt im deutschen Bankwesen ist essenziell für eine stabile Wirtschaft und Gesellschaft.“

Banken so intransparent wie vor der Finanzkrise

Der Finanzsektor braucht einen gesetzlichen Ordnungsrahmen – das hat die Krise gelehrt. Doch was tun die Banken von sich aus, um krisenfester zu werden und verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen? In unserer Umfrage stellen die Deutschen den Banken in puncto Eigenbemühungen kein gutes Zeugnis aus: Acht von zehn Befragten glauben nicht, dass Banken aus der Finanzkrise gelernt haben, und finden sie heute noch genauso intransparent wie vor fünf Jahren. Es ist deshalb nicht überraschend, dass 57 Prozent der Deutschen nicht wissen, was mit ihren Einlagen geschieht. Der Bankenbranche, sagt Schürmann, fehle es weiterhin an wirklichem Umdenken. Sie täte angesichts dieses eindeutigen Umfrage-Signals „gut daran, von sich aus die Transparenz hinsichtlich der Geschäftsmodelle und der Verwendung der Kundengelder deutlich zu steigern“, so Schürmann weiter.

Unseren Umfrageergebnissen zufolge würden viele Kunden ethisch fragwürdige Finanzgeschäfte ihrer Bank nicht tatenlos hinnehmen. So würden rund 60 Prozent der Deutschen ihre Bank wechseln, wenn sie wüssten, dass diese mit Lebensmitteln spekuliert oder Rüstungsunternehmen finanziert. „Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Daher sollten soziale und ökologische Kriterien ein fester Bestandteil ihrer Finanzangebote sein. Wenn sich die Banken nicht von selbst hierzu bereit erklären, kann und wird sie der Kunde über kurz oder lang dazu zwingen. Das zeigt die aktuelle Umfrage sehr deutlich“, fasst Georg Schürmann die Ergebnisse zusammen. kh

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