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einblick

„Kohle darf finanziell nicht rentabel sein“

Fair Finance Week 2017 fragt nach der Verantwortung der Finanzbranche zur Erreichung der SDGs

Fair Finance Week 2017 fragt nach der Verantwortung der Finanzbranche zur Erreichung der SDGs

Der Finanzwirtschaft kommt eine Schlüsselrolle für das Erreichen der SDGs zu. Doch noch hat der Mainstream der Banken und Investoren die UN-Entwicklungsziele nicht auf dem Schirm. Wie kann sich das ändern? Darüber diskutieren wir auf der Fair Finance Week 2017.

„Ein Schritt vor, zwei zurück – ja so geht Klimapolitik“, singt der Frankfurter Beschwerdechor zur Eröffnung der Fair Finance Week 2017. Das Lied passt wie die Faust aufs Auge: Während die Welt in Bonn auf dem Klimagipfel versucht die Erderwärmung einzudämmen, sind die weltweiten CO2-Emmissionen erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen. Im Kampf gegen den Klimawandel scheint die Welt nicht wirklich voranzukommen. Um ihn zu stoppen, sind alle gefragt: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft – und im Besonderen auch die Finanzwirtschaft.

Um die Verantwortung der Finanzwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel und zur Erreichung der 17 UN-Entwicklungsziele, auch bekannt als Sustainable Development Goals (SDGs), geht es auf der diesjährigen Fair Finance Week. Banken und andere Investoren haben einen enormen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der bewussten Steuerung von Geldströmen an Unternehmen und in bestimmte Sektoren beeinflusst die Finanzwirtschaft maßgeblich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Fair Finance Week 2017: Diskussion am ersten Abend im Haus am Dom in Frankfurt.

Fair Finance Week 2017: Diskussion am ersten Abend im Haus am Dom in Frankfurt.

Investitionen in Kohle leider „immer noch Alltag“

Investitionen, die den Klimawandel verschärfen, beispielsweise in die Kohleindustrie, seien leider „immer noch Alltag“, sagte Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie diskutierte zusammen mit Silvia Heer vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Dr. Kevin Schaefers, vom Verein für nachhaltige Geldanlage CRIC über die Verantwortung der Finanzbranche für eine zukunftsfähige Welt und wie sie ihr gerecht werden kann.

Mit Blick auf die Banken forderte Tappeser, dass die Kreditinstitute „dienende Subsysteme der Gesellschaft“ sein müssten und nicht „too big to fail“. Banken sollten ihren Fokus wieder auf die Finanzierung der Realwirtschaft legen und nicht „Geld mit Geld verdienen“. Gleichzeitig appellierte die Staatssekretärin auch an die Bankkunden, sich „kundiger“ zu machen, sich bei privaten Investition „einzumischen“, zu fragen und zu verstehen wie das investierte Geld wirkt. „Wir brauchen eine resiliente Gesellschaft“, sagte Tappeser.

Nachhaltigkeit gehört nicht zum Standardrepertoire eines Beraters

Laut Schaefers liegt in der Finanzberatung mit Blick auf Nachhaltigkeit einiges im Argen: Es passiere „viel zu selten“, dass eine Beraterin oder ein Berater Kunden aktiv auf nachhaltige Anlagekriterien anspreche, sagte Finanzexperte. Nachhaltigkeit gehöre leider nicht zum Standardrepertoire und spiele in der Ausbildung keine Rolle. Das müsse sich ändern.

Silvia Heer bemängelte, dass viele Banken schlicht nicht in der Lage seien, Risiken, die durch Nichteinhaltung von nachhaltigen Kriterien entstünden, richtig einzuschätzen: „Viele Banken können das Risiko des Klimawandels nicht analysieren“. Sie warb dafür, die Chancen hervorzuheben, die nachhaltige Investitionen mitsichbrächten.

Wie muss sich ändern, damit wir in der Klimapolitik vielleicht zwei Schritte nach vorne machen können und nur einen zurück? Für die Politikerin Beatrix Tappeser liegt ein Schlüssel in der Bepreisung von CO2: Der Ausstoß des Klimagases müsse deutlich teurer werden, sagte sie. „Kohle darf finanziell nicht rentabel sein.“

Der Fair Finance Week läuft vom 13. – 17. November an unterschiedlichen Orten in der Frankfurter Innenstadt. Der Abend der Triodos Bank findet am Mittwoch, den 15. November statt und stellt das Wirtschaftswachstum zur Diskussion. Welches Wachstum brauchen wir? Oder brauchen wir überhaupt Wachstum? Sie sind herzlich eingeladen vorbeizukommen!

mrn

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