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neuigkeit

Lehmhausen will das Landleben mit neuen Konzepten attraktiv machen

Ein Ökodorf in der Mecklenburgischen Seenplatte – Realisierung einer Vision

Ein Ökodorf in der Mecklenburgischen Seenplatte – Realisierung einer Vision

Immer mehr Menschen zieht es – auch notgedrungen – in die Städte. Ländliche Regionen bluten aus. Ulrich Senoner und Hans Krusenbaum wollen mit dem Ökodorf Lehmhausen zeigen, wie das Land wieder attraktiv werden kann. Im Gastbeitrag beschreiben sie ihr Vorhaben.

Deutsche Städte platzen aus allen Nähten. Tausende Wohnungen fehlen in Ballungszentren. Ländliche Gebiete, besonders im Osten, leiden immer mehr unter Wegzug. 2015 lebten in Deutschland 75,3% der Menschen in einer Stadt, 2005 lag die Urbanisierung noch bei 73,4%. Der Trend hält an.

Viele Menschen wohnen lieber in Städten als auf dem Land. Stadtbewohner in Ballungszentren nehmen hohe Mieten, Beton und verstopfte Straßen in Kauf. Doch auch viele Menschen leben notgedrungen in Städten. Wir wissen, dass es auch anders geht, und wollen zeigen, wie das Land mit neuen Konzepten wieder attraktiv werden kann.

So könnten die Häuser im Ökodorf einmal aussehen.

So könnten die Häuser im Ökodorf einmal aussehen.

Unser Konzept dafür heißt Lehmhausen. Auf einem 35.000 qm großen Grundstück zwischen Berlin und Ostsee in der Mecklenburgischen und Feldberger Seenplatte soll ein besonderes Ökodorf als Erweiterung der Landgemeinde Blankensee entstehen, nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Wir betrachten den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes, um die Umwelt nicht zu belasten. Die Häuser aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Lehm, Stroh oder Schilf kann sich die Natur nach Ende der Nutzungsphase ohne Schaden für die Umwelt zurückerobern.

160 Menschen leben künftig im Ökodorf, dessen Energie-, Siedlungs- & Baukonzept an lokale Ressourcen von Topographie, Material und Klima und eine auf Gemeinschaft ausgerichtete Lebensweise angepasst ist. Je sieben Hof-Reihenhäuser in vier Wohngruppen fasst eine nach Norden hin gut gedämmte Gebäudehülle und eine grüne, bewachsene Glasfassade (Hängende Gärten) nach Süden ein. Der Raumeindruck verändert sich je nach Jahreszeit und einfallendem Licht. Im Sommer sorgen Pflanzen für angenehme Kühle und Schatten. Im Winter erwärmt die Sonne die Häuser, im Herbst scheint sie durch gelb-rötliches Laub. Das Grundkonzept erlaubt individuelle Gestaltungen, jedes Haus kann eigenen Vorstellungen angepasst werden.

Nachhaltigkeit ist auch für die lokale Gemeinschaft wichtig: kein abgeschottetes Reich von Utopisten, sondern in die Region eingegliedert und lokale Wertschöpfung anregend. Ein neuer Ortsteil der kurzen Wege, an dem gemeinsam, solidarisch, entspannt gelebt und gearbeitet werden kann. Wo jede Menge Zeit bleibt für Familie und Freizeit in wundervoller Umgebung. Und sich die künftigen Bewohner aller Generationen gegenseitig helfen: Junge unterstützen Ältere bei der Bewältigung des Alterns. Im Gegenzug geben die ihre wertvollen Erfahrungen weiter und helfen dem Nachwuchs nicht nur bei den Schulaufgaben. Dazu soll ein nachbarschaftliches Miteinander mit Blankensee gepflegt werden: alle Gäste können sich in einem Treffpunkt mit Ausstellung über Idee und Realisierung des Ökodorfs informieren.

Der Gemeinschaftsgedanke wird sich auch in zwei Gemeinschaftshäusern am zentralen Platz, einem Generationenhaus, einem Café und 30 Gästebetten darstellen. Konzept und Pläne haben inzwischen eine präsentable Reife erreicht, weitere MittreiterInnen werden gesucht. Nächste Schritte: die Gründung einer Genossenschaft, die Sicherung des Grundstückes, für die wir noch Geldgeber und Sponsoren suchen, aber keine Anleger auf Suche nach Rendite. Finanziers dürfen sich auf andere wertvolle Güter freuen: Gutscheine für einen Urlaub im Ökodorf oder dort erzeugte Lebensmittel. Auch eine Reservierung von Plätzen für einen betreuten Lebensabend in Blankensee sind angedacht.

Unsere Pläne sind ambitioniert und viele Herausforderungen stehen noch bevor. Wir sind optimistisch, dass wir bald in Blankensee selbst gepflanztes Obst und Gemüse ernten und mit Menschen genießen, für die sich die Wiederentdeckung der ländlichen Qualitäten auszahlt. Die dort gemeinsam-solidarisch, mit sinnvollen Erwerbstätigkeiten, gesunder und enkeltauglich in die Zukunft leben – weil sie bereit sind, die Gemeinschaft aktiv mitzugestalten.

Text: Ulrich Senoner und Hans Krusenbaum

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