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interview

„Man kann sich das vorstellen wie Tinder für Kultur und Wirtschaft“

Anaïs Röschke und David Jackson von artness.net im Gespräch

Anaïs Röschke und David Jackson von artness.net im Gespräch

Wie können Kultur und Wirtschaft besser zueinander finden? Die Triodos-Kunden Anaïs Röschke und David Jackson haben mit artness.net eine Plattform gegründet, die genau dies ermöglichen soll. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Anaïs, David, ihr habt zusammen artness.net gegründet, eine „Dating-Plattform“ für Kultur und Wirtschaft. Haben Kultur und Wirtschaft es so schwer sich zu finden?

David Jackson: Wenn wir nicht gerade von Konzernen und großen Kulturinstitutionen sprechen, die sich eigene Sponsoring und Fundraising Manager leisten können, so bekommt dieser Bereich in der Regel nicht die Beachtung, die es bräuchte. Besonders Kulturinstitutionen haben hier mit sehr begrenzten Ressourcen zu wirtschaften, denn sowohl finanzielle Mittel, als auch Personal sind in der Regel knapp kalkuliert. So werden Sponsoring Anfragen leider oft erst dann gestellt, wenn es nur noch Löcher im Budget zu stopfen gilt. Eine strategische Partnerschaft aufzubauen, die nachhaltig beiden Partnern hilft, ist dann leider nur bedingt umsetzbar.

Für Unternehmen scheint es einfacher zu sein beispielsweise im Sportbereich Sponsoring zu betreiben. Dort lässt sich viel Aufmerksamkeit generieren. Können Kulturinstitutionen da mithalten?

Anaïs Röschke: Es gibt in der Tat viele Formen des Engagements, mit denen sich ähnliche Ziele erreichen lassen – abgesehen von Sport etwa auch in der Bildung, der Gesundheit oder im sozialen Bereich. Daher ist es für Kulturinstitutionen besonders wichtig genau zu eruieren, was sie einem potentiellen Sponsor anbieten können und sich auch Ihrer Werte bewusst werden. Da dies nicht immer einfach ist, bieten wir nicht nur Matching, sondern auch Beratung und Unterstützung in der strategischen Positionierung von Kultursponsoring-Partnerschaften.

Wie funktioniert eure Plattform?

Anaïs Röschke: Sponsoring über artness.net funktioniert in drei einfachen Schritten: Sie melden sich kostenlos auf artness.net an. Danach erstellen Sie Ihr persönliches Profil und beantworten den Matching-Fragebogen. artness.net matcht daraufhin alle registrierten Profile. Kulturinstitutionen müssen nichts weiter tun, als auf passende Unternehmen zu reagieren. Unternehmen können passende Kulturinstitutionen direkt kontaktieren.

Anaïs Röschke und David Jackson

Anaïs Röschke und David Jackson.

Kultureinrichtungen profitieren ganz offensichtlich von eurer Idee. Was haben Unternehmen davon?

David Jackson: Unternehmen sind immer wieder auf der Suche nach innovativen Marketing- und Kommunikationslösungen. Durch Kultursponsoring erreichen sie eine hoch speziell selektierte Zielgruppe und können mit Kulturinstitutionen einzigartige und bleibende Partnerschaften entwickeln, um „money-can´t-buy“ Momente für Ihre Kunden zu kreieren.

An wen richten ihr euch? Zielt ihr eher auf kleinere oder größere Unternehmen?

David Jackson: Sowohl große als auch kleinere (regionale) Unternehmen bietet Kultursponsoring ganzheitliche Marketing- und Kommunikationslösungen und so neue Möglichkeiten der Brand Awareness, Image Transfers, Kundenpflege, Corporate Citizenship und Employee Engagement bzw. Employer Branding.

Wie kamt ihr auf die Idee für euer Start-up?

Anaïs Röschke: Als wir uns vor zwei Jahren kennen gelernt haben war schnell klar, dass uns im Kulturmanagement ähnliche Themen bewegen. David ist Bratschist und hat viele Jahre als Sponsoring Manager für die Australische Oper in Sydney und Melbourne gearbeitet. Ich komme aus dem Bereich Bildende Kunst und habe u.a. bei der Art Basel/Art Basel Miami Beach im Showmanagment und als VIP-Relations Manager der Kunstmesse art forum berlin gearbeitet. Wenn wir uns über die aktuelle Kultur-Situation unterhalten haben kamen wir immer wieder darauf zurück, dass die Finanzierung nach wie vor ein großes Problem für viele Kulturinstitutionen und -Projekte darstellt und es doch eine Möglichkeit geben müsste, die Digitalisierung zu nutzen, um es Unternehmen und Kulturinstitutionen zu vereinfachen Kooperationspartner zu finden. Denn meist hapert es an Zeit und Geld, nicht an Ideen. Mit artness.net wollen wir diesen ersten und oft schwierigsten Schritt des Kennenlernens vereinfachen, indem man ein Profil erstellt, den Matchingfragebogen ausfüllt und passende Partner vorgeschlagen bekommt. Man kann sich das vorstellen wie „Tinder“ für Kultur und Wirtschaft.

Ihr lebt und arbeitet in Berlin, dort wimmelt es von Start-ups. In letzter Zeit passiert sehr viel im Bereich der Finanz-Start-ups. Gilt das auch für die Kultur?

Anaïs Röschke: Auch im Kulturbereich tummeln sich einige Culturpreneure. Allerdings sprechen wir hier von einem Nischenmarkt, den man nicht mit den Finanz-Start-ups vergleichen kann. Sicher, wir wollen auch mit artness.net profitabel werden, die „Goldgräber-Stimmung“ hält sich hier jedoch in Grenzen. Aus unserer Sicht bildet der Kultursektor zwar zeitgenössische und zukünftige Strömungen ab, in der Struktur und Organisation gleicht er leider jedoch eher einem Tanker, der den neuen Technologien (noch) nicht ganz traut. Mit Blick auf die Zukunft sind wir jedoch optimistisch.

Foto: artness.net

Interview: Michael Rebmann

Anaïs und David Geschäftskunden der Triodos Bank. Du hast selbst ein Geschäft, willst deine Finanzen auf nachhaltige Beine stellen und dein Geld für den positiven Wandel wirken lassen? Dann ist das Triodos-Geschäftskonto bestimmt etwas für dich.

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THE ART OF BUSINESS I artness.net – "Man kann sich das vorstellen wie Tinder für Kultur und Wirtschaft" Interview Triodos Bank vor 7 Monaten

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