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neuigkeit

Sechs überraschend einfache Tipps für nachhaltiges und faires Shopping

„Tschüss Schweinehund, hallo nachhaltigeres Leben!“

„Tschüss Schweinehund, hallo nachhaltigeres Leben!“

Die Textilindustrie verursacht zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen und gibt noch immer leider sehr wenig auf Sozialstandards. Doch wir Konsumenten haben es selbst in der Hand, dies zu ändern. Sechs praktische Tipps.

Als am 24. April 2013 die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch einstürzte, starben über 1100 Menschen und knapp 2500 wurden verletzt. Das Unglück steht für die schlimmste Katastrophe der Textilbranche in der jüngeren Vergangenheit – aber leider bei Weitem nicht für die einzige. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Berichte über Unglücke und unhaltbare arbeitsrechtliche Zustände in Textilfabriken in Ländern des globalen Südens. Auch was die Umweltverschmutzung betrifft, spielt die Textilindustrie eine unrühmliche Rolle. Nach der Ölindustrie ist die Textilbranche die Branche mit den zweitschädlichsten Auswirkungen auf die Umwelt. Rund zehn Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen gehen auf die Textilbranche zurück.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ruft im Rahmen des Projekts „Der Nachhaltige Warenkorb“ mit einer Blogparade dazu auf, den inneren Schweinehund zu überwinden und nachhaltiger zu Leben. Daran beteiligen wir uns gerne. Denn gerade beim Shoppen ist es gar nicht so schwer, nachhaltig zu agieren: Sechs einfache Tipps für nachhaltiges Shopping, die jede und jeder beherzigen kann:

1. Die Marke überprüfen

Wenn ein T-Shirt im Kaufhaus nur fünf Euro kostet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Umweltschutz und Arbeitsrechte bei der Produktion nur wenig Priorität hatten. Aber ein sehr niedriger Preis ist nur ein Indiz: Auch teure Markenprodukte wurden oft nicht fair und nachhaltig hergestellt. Der Konsument zahlt oft ausschließlich für die Marke.
Wer wissen will, wie viel Wert die Lieblingsmarke auf faire Produktion legt, sollte sie sich genauer anschauen. Wie das geht? Zum Beispiel auf der Website Rank a Brand.

2. Das Etikett checken

Ein Blick im Laden auf das Etikett liefert erste wichtige Hinweise. Handelt es sich bei einem T-Shirt beispielsweise um Bio-Baumwolle? Wenn ja, wurde die Baumwolle umweltfreundlicher erzeugt als konventionelle und enthält weniger chemische Stoffe. Aber Vorsicht: Über die Produktionsbedingungen sagt dies noch lange nichts aus. Hier helfen Siegel weiter. Für Naturtextilien ist das GOTS- Siegel (Global Organic Textil Standard), das am häufigsten vergebene Siegel. Grundsätzlich müssen alle Produkte, die das GOTS-Siegel tragen, zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern bestehen. In den Textilien enthaltene Chemikalien müssen bestimmte Kriterien zur Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit erfüllen, giftige Schwermetalle, oder auch gentechnisch veränderte Organismen sind u.a. verboten. Auch die sozialen Bedingungen bei der Produktion und entlang der Lieferkette spielen eine Rolle. Mindeststands der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen eingehalten werden.

3. Kleidung direkt bei nachhaltigen Shops kaufen

Der vermutlich einfachste Weg, um auf Nummer sicher faire und ökologische Klamotten zu erstehen, ist, sie direkt in nachhaltigen Shops zu kaufen. Einige Geschäftskunden der Triodos Bank betreiben nachhaltige Modelabel oder Shops – wie zum Beispiel Waschbär oder der Frankfurter Schumacher Noel mit seinem Label ekn. Faire Shops darüber hinaus sind beispielsweise Armedangels, Avocadostore, Manomama oder Hessnatur.

Triodos Bank Girokonto

Das nachhaltige Girokonto der Triodos Bank

4. Weniger kaufen

Die Modewelt verändert sich rasant. Fast monatlich liegen in den Regalen der Modeketten und Geschäfte neue Kollektionen. Heute produzieren wir weltweit 400 Prozent mehr Kleidung als noch vor 20 Jahren. Um ein Kilo Baumwolle herstellen zu können, braucht es rund 10.000 Liter Wasser, jedes T-Shirt verbraucht 2500 Liter Wasser und jede Jeans rund 7000 Liter. Was ist da besser, als einfach mal keine neuen Klamotten zu kaufen? Nichts. Wie das geht, zeigt zum Beispiel die Bloggerin und Ikone der Zero-Waste-Bewegung, Bea Johnson.

5. Secondhand kaufen

Der Secondhand-Markt wächst: Es gibt inzwischen nicht mehr nur Secondhand-Läden, sondern auch viele Online-Kleiderkreisel, über die getragene Klamotten verkauft und gekauft werden können. Gerade für Baby- und Kinderkleider lohnt sich der Secondhand-Kauf besonders. Eltern von kleinen Kindern können nicht mehr passende Kleider etwa über Mamikreisel verkaufen. Das hat neben dem Preis einen weiteren positiven Effekt: Getragene Kinderkleidung wurde bereits sehr oft gewaschen, so dass mögliche Schadstoffe nicht mehr oder in deutlich geringerer Konzentration vorhanden sind.

6. Nähen und flicken

Kleidung billig kaufen, einen Sommer anziehen und dann wegwerfen: Leider ist dies bei vielen von uns zu oft der Fall. Viel nachhaltiger – und mittelfristig auch billiger – ist es, qualitativ hochwertigere Kleidung zu kaufen und sie zu flicken, falls mal etwas reißen sollte. Viele nachhaltige Labels wie Patagonia oder Vaude fördern Reparaturen inzwischen übrigens mit Nachdruck.

mrn

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Connie O. vor 6 Monaten

Gute Hinweise! Besonders dieser: deutlich weniger kaufen! und notfalls Socken stopfen ….

Ulla Kutsch vor 6 Monaten

Ihr empfehlt hessnatur? Das finde ich doch fragwürdig. Seit dem Verkauf an capvis, haben sich die Ziele von hessnatur meines Erachtens in wenig gute Richtungen verschoben.

Antwort an Ulla Kutsch
Michael Rebmann (Triodos Bank) vor 6 Monaten

Liebe Frau Kutsch, danke für Ihren Kommentar! Es stimmt, dass der neue Eigentümer von Hessnatur ein Hedgefonds ist und die Gewinne dort hinfließen. Schöner wäre es, wenn dies nicht der Fall wäre. Doch die Kleidung wird weiterhin fair und nachhaltig produziert. Daran hat sich nichts geändert. Die Lieferanten können mit ihrer Arbeit weitermachen und viele Menschen haben ihren Arbeitsplatz behalten. Dort Kleidung zu kaufen ist in meinen Augen viel besser als etwa bei einer wenig nachhaltigen Textilkette.

Viele Grüße aus der Triodos Bank, Michael

Lene vor 6 Monaten

Es ist wichtig immer wieder darauf hinzuweisen, denn im Alltag rutscht man doch immer wieder in die Konsumerfallen. Gut finde ich auch den Link zu Rank a Brand. Leider oft erschreckend. – Am hilfreichsten finde ich die Erinnerung daran, Second Hand zu kaufen (tue ich sehr viel), oder überhaupt über die Notwendigkeit von Käufen nachzudenken. Ökofirmen sind leider oft tatsächlich ziemlich teuer, da sieht man, was es wert ist, doch sie entsprechen oft nicht meinem Geschmack, das ist eine nicht so schöne Kombination. Dennoch sollte man danach immer wieder Ausschau halten! Dinge ändern sich ja auch.

Vera F. vor 4 Monaten

Das sind schon sinnvolle Tipps. Nur: Wer hat die Zeit, sich ernsthaft durch zig Internetseiten zu lesen? Außerdem bleibt die Verantwortung wieder nur beim Verbraucher. Jede Konzernleitung sollte zuerst mal in die Pflicht genommen werden.Sonst bleibt das beim Huhn-Ei-Dilemma. Was war zuerst da? Das billige Produkt, oder die Gier des Verbrauchers nach einem billigen Produkt? Der beste Weg aus diesem Kreislauf ist für mich der Secondhand Kauf oder Tausch, und wenn es schon neu sein muss, es bei wenigen Teilen pro Jahr zu belassen. Seit Jahren kaufe ich pro Jahr weniger als 10 Teile, wobei Schuhe und Unterwäsche dazugehören. Probiert es alle aus! Man hat nur Lieblingsteile und keine „Stoffleichen“im Schrank. Trotzdem bekommt man durch Tausch auch einen neuen Look.
Eventuell bewirkt dieses Verbrauchervehalten dann ein Umdenken Richtung Qualität und Umweltschutz auch bei der Kleiderproduktion. Die Firmen müssten sich Neuerungen ausdenken und bewerben, um ihre Produkte zu vermarkten. Die Hoffnung bleibt…