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einblick

Über das Wesen des Geldes

Kaufgeld, Leihgeld und Schenkgeld

Kaufgeld, Leihgeld und Schenkgeld

Geld ist allgegenwärtig und gleichzeitig ein Tabu. Zahlreiche kluge Denker haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Es gibt viele Theorien und Definitionen, von denen sich nicht wenige widersprechen. Was ist Geld also? Ein Versuch, sich seinem Wesen zu nähern.

Geld ist allgegenwärtig, aber man spricht nicht darüber. Geld wandert physisch von Hand zu Hand oder virtuell von Konto zu Konto. Es wird gehortet, verprasst, geliehen, eingetrieben. Geld ist ungerecht verteilt. Geld soll nicht stinken, kann schwarz sein aber nicht weiß. Geld wird geschöpft und vernichtet. Notenbanken setzen alles daran, seinen Wert stabil zu halten, unterteilen es in Außen- und Innengeld. Es gibt eine Fülle von Geldtheorien und Definitionen – von denen sich nicht wenige widersprechen.
Was also ist Geld? Wahrscheinlich kann man sich dem Phänomen Geld am besten nähern, indem man die wesenhaften Funktionen beleuchtet, die Geld hat. Davon gibt es drei:

Kaufgeld

In seiner Rolle als Kaufgeld begegnet uns Geld am häufigsten. Kaufgeld wird gegen Güter oder Dienstleistungen getauscht – zum Beispiel an der Supermarktkasse. Kaufgeld ist direkt mit einer Leistung verbunden und ist somit gedeckt. Wir bekommen für das Geld eine Ware. Ob ein Tausch Geld gegen Ware in seiner jeweiligen Höhe gerechtfertigt ist, ob wir zu viel oder zu wenig zahlen, steht auf einem anderen Blatt.

Während die Menschen früher in der Regel Warengeld als Zahlungsmittel verwendet haben, tauschen wir heute Fiatgeld ein. Warengeld sind beispielsweise Goldmünzen, die einen tatsächlichen Marktwert, einen Rohstoffwert haben. Fiatgeld hat an sich hat dagegen keinen Wert. Das Papier einer Banknote etwa ist quasi wertlos.

Fiatgeld wird von einer Autorität in einem geografischen Raum als gesetzliches Zahlungsmittel erklärt. Wir vertrauen darauf, dass jeder es akzeptiert und dass sein zugeschriebener Wert im Zeitverlauf stabil bleibt. Ohne unseren Konsens als Gemeinschaft würde Fiatgeld nicht funktionieren. Wir glauben an seinen Wert. Als Gemeinschaft können wir zusammen auch neue Währungen schaffen. Regionalwährungen sind dafür ein tolles Beispiel.

Leihgeld

Leihgeld unterscheidet sich in seinem Wesen fundamental von Kaufgeld. Der Gegenwert des Leihgeldes liegt in der Zukunft. Leihgeld für die Realwirtschaft ist das ursprüngliche Kerngeschäft von Banken (leider sehen das viele Banker heute anders). Es wird in Form von Krediten an Unternehmer weitergegeben. Das Unternehmen erbringt eine reale Wertschöpfung, es leistet etwas für andere. Leihgeld ist immer mit gewissen Risiken verbunden und deshalb mit Zinsen verknüpft. Die Triodos Bank beispielsweise verleiht Geld an Unternehmen, die positiven Mehrwert für Mensch und Umwelt schaffen. Wir haben gut begründetes Vertrauen in unsere Unternehmerinnen und Unternehmer und erwarten, dass sie uns das geliehene Geld mitsamt den Zinsen zurückzahlen.

Leihgeld in Form von Konsumkrediten ist dagegen kritisch zu betrachten. Die Wertschöpfung ist hier nicht gegeben und es besteht die Gefahr der Verschuldung.

Triodos Bank Girokonto

Das nachhaltige Girokonto der Triodos Bank

Schenkgeld

„Verschenktes Geld ist das beste Geld“, soll der Künstler Joseph Beuys gesagt haben. Schenkgeld kommt nicht direkt zu uns zurück – aber es bleibt in der Gesellschaft erhalten. Wir alle haben von unseren Eltern bedingungslos Geld geschenkt bekommen, es half uns aufzuwachsen. Ohne Schenkgeld könnte unsere Gesellschaft in ihrer heutigen Form nicht existieren. „Schenkgeld schafft Potenzial, aber keine Rendite“, schreiben Harald Spehl und Christoph Strawe in einem Beitrag für das Magazin „Erziehungskunst“ von 2012.
Schenkgeld ist maßlos unterschätzt. Kultur beispielsweise ist auf Schenkgeld angewiesen. Schenkgeld erhält seine Kraft durch die Bedingungslosigkeit, mit der es vergeben wird. Diese Bedingungslosigkeit macht es vielen Menschen schwer, es anzunehmen. Gleichzeitig kann die Bedingungslosigkeit aber auch ein enormes Potential entfalten, da der Beschenkte das Geld so verwenden kann, wie er will. Dadurch kann Wunderbares entstehen, muss es aber nicht. Dieser Aspekt schwingt auch in der Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen mit.

Geld ist allgegenwärtig und es ist viel mehr als ein Zahlungsmittel. Für die Triodos Bank ist es ein Gestaltungsmittel, das, in die richtigen Bahnen gelenkt, positiv wirkt. Oder wie Rudolf Steiner es einst formuliert hat: „Geld ist realisierter Geist.“

Text: Michael Rebmann

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Paul Signer vor 3 Wochen

Du liebe Güte – was für ein esoterischer Unsinn ohne jeden ökonomischen Sachverstand. Und das bei einer Bank. Das Geld schlicht über einen Kredit bei der Bank ‚geschöpft‘ wird und nichts mit „realisiertem Geist“ (Steiner) wird schlicht nicht wahrgenommen. Die Banalität, dass man Geld dann verschenken, verleihen oder damit schlicht ‚tauschen‘ (vulgo: Was kaufen…) kann, wird dann aufgebläht als weise Einsicht in das ‚Wesen‘ des Geldes verkauft. Weit gefehlt – nur ein Kaiser ohne Kleider den der Banken-Autor da anhimmelt.

Antwort an Paul Signer
Hans-Florian Hoyer vor 3 Wochen

Na ja, Ökonomen wissen auch nicht, was „Geld“ ist. Sie reden sich damit raus, zu sagen: Geld ist das, was Geldfunktion hat. Un dann zählen sie verschiedenste auf und geben ihnen denselben Namen „Geld“. Kein Wunder, dass es dann beim Dozieren über Geld zu erheblichem Streit kommt. Eine Frage ist, wie Geld gemacht wird, die andere, was mensch damit macht. Kaufen, verleihen, verschenken. Was soll daran esoterisch sein? Ökonomischer Sachverstand hat die Sache verloren, so scheint es.

Antwort an Hans-Florian Hoyer
Steffen vor 3 Wochen

Ökonomen sind halt laut eigenem Bekunden keine Wissenschaftler. Wenn sie es werden, könnten sie erfahren was Geld ist.

Übrigens ist der Preis einer FIATWährung durch den Zwang seine Steuern damit zu bezahlen ausreichend gedeckt. Wer Zeit hat kann ja mal versuchen Krügerrand beim Finanzamt einzutauschen.

Antwort an Paul Signer
Silke Hohmuth vor 3 Wochen

Lieber Herr Signer, es gibt zahlreiche Perspektiven, aus denen man Geld betrachten kann. Die hier gewählte, ist eine davon. Dies als Unsinn ohne Sachverstand zu bezeichnen, mag für Sie gerechtfertigt sein, für manch anderen ist das, was die Ökonomen teilweise erzählen, blanker Unsinn.
Herr Hoyer öffnet in seiner Antwort den Blick schon auf weitere Aspekte und ja, es gibt eine Menge Streitpotenzial hinsichtlich des Geldes. Und zwar deshalb, weil wir unsere eigene Wahrnehmung und Wahrheit verteidigen und die anderen deshalb nicht zulassen.
So banal kaufen, schenken, leihen klingen mag, so komplex ist es im täglichen Erleben. So verwuschert und quer sind wir in unseren Emotionen dazu. Starten Sie ein Experiment: nehmen Sie 50 oder 100 Euro und schenken Sie diesen einem wildfremden Menschen. Einfach so. Und schauen Sie, was passiert. Was macht es mit Ihnen – und was macht es mit diesem Menschen. Nur ein Experiment….

Antwort an Paul Signer
Joachim Wolfram vor 1 Woche

Sie haben Recht. Was Michael Rebmann da schreibt, ist eines Bankers nicht würdig. Joachim Wolfram Dipl.-Volkswirt Dipl.-Ing. RDir a. D.

Antwort an Paul Signer
johdi vor 1 Woche

was ist denn Ihrer Meinung nach Geld

Hans-Florian Hoyer vor 3 Wochen

Geld wächst nicht in der Natur, es wurde und wird von Menschen erzeugt, indem sie sich einigen, was gelten soll.
Insofern ist es berechtigt, die Menschheit in ihrer Vielfalt als das Wesen des Geldes in seiner Vielfalt zu bezeichnen.
Die Entwicklung der Zivilisation ging einher mit einer horizontalen Monetarisierung. Mit Erfindung der Münze haben Kaufleute begonnen, handelnd die Welt zu verändern. Die Gesellschaften wurden durch das Geld auch in ihrem Oben und Unten vertikal monetarisiert.
In dem Maße, in dem Geld zum Normalbürger gekommen ist, hat es seinen Materialwert, ja letztlich seine Materialität verloren. Geld kann auch eine Kombination von Nullen und Einsen in einer Datenbank sein.
Es wird Zeit, dass die Menschen sich bewußt machen, dass sie in einer fremd- und selbstverschuldeten Unmündigkeit bezüglich des Geldes leben. Eine Aufklärung ist notwendig.
Bank-kunden, macht euch bank-kundiger! Sozial-ökologische Banken, unterstützt sie dabei! #UmdenkenZurGeldwende

Antwort an Hans-Florian Hoyer
Silke Hohmuth vor 3 Wochen

‚Es wird Zeit, dass die Menschen sich bewußt machen, dass sie in einer fremd- und selbstverschuldeten Unmündigkeit bezüglich des Geldes leben. Eine Aufklärung ist notwendig.‘
Sehr gut gesagt. Danke für das Teilen Ihrer Gedanken in diesem Kommentar.
‚Horizontale Monetarisierung‘ hat mich angesprochen – was genau meinen Sie damit?

Antwort an Silke Hohmuth
Hans-Florian Hoyer vor 3 Wochen

Damit wird in der Literatur die Ausbreitung, ja Globalisierung des Geldes zu Zeiten der großen Kaufleute, noch vor den Zeiten der großen Banker gemeint. Eine gemeinsame Art Geldes breitet sich mit dem Handel in der Welt aus. Horizontal = auf der Erdoberfläche.

Silke Hohmuth vor 3 Wochen

Danke, liebe Triodos-Bank, dass Ihr diese Diskussion in Gang setzt und anregt, aktiv über das Wesen des Geldes nachzudenken. Ich wünsche uns allen die Zeit, uns diesen Raum zu geben – und umzuschauen, wo es im täglichen Er-Leben mit uns direkt zu tun hat und was wir uns anders wünschen und wie wir dies gestalten können.

Für mich ist Geld inzwischen, sehr einfach / pragmatisch ausgedrückt, wie Globuli oder Zucchini. An sich recht neutral. Es ist auf einer bestimmten Ebene wie ein Trägerstoff, dem man eine Information / einen Wert gibt. Und zwar einen Wert jenseits der Zahl, die darauf steht.

In unserer Gesellschaft ist Geld häufig mit Emotionen und Themen belegt, die sich eng anfühlen: Gier, Angst, Neid, Mangel, Misstrauen. Ich wünsche mir für mich selbst mehr Weite und Freiheit, Dankbarkeit und Wertschätzung im Geld. Fülle und guten Fluss.

Auch eine größere Klarheit und Transparenz wünsche ich mir – frei von Kontrolle. Einfach, dass man über Geld – sowohl im Haben wie auch im Soll – gut sprechen kann. Erfahrungen teilen kann, ohne etwas zu be-werten.

Ja, ich wünsche mir, dass Menschen ganz offen und ehrlich über ihre eigenen Gelderfahrungen sprechen, in einer ganz menschlichen, authentischen Art und Weise. Daran möchte ich lernen, möglicherweise über Modelle und Bilder (wie eben Schenk-/Kauf-/Leihgeld) das ein oder andere besser verstehen oder in eine Form bringen.

Also nochmals: DANKE für das Anregen der Gedanken und der Diskussion.

Stefan Padberg vor 4 Tagen

Das Kriterium für Schenkgeld ist volkswirtschaftlich gesehen nicht die Bedingungslosigkeit, sondern dass Geld für eine nicht-materielle Dienstleistung getauscht wird. Es kann dabei durchaus an Bedingungen geknüpft sein. Z.B. sagen die Eltern einer Klasse zu deren Lehrer/in: „Wir geben dir 50.000 €, wenn du unsere Kinder ein Jahr lang unterrichtest.“ Das ist ja nicht bedingungslos, aber es ist Schenkgeld! Die volkswirtschaftliche Kategorie „Schenkgeld“ darf nicht mit dem juristischen Begriff der „Schenkung“ verwechselt werden.


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