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neuigkeit

Wo der Geschäftsführer noch selbst Laub fegt

Waldorfschule Silberwald feiert ihr zehnjähriges Bestehen

Waldorfschule Silberwald feiert ihr zehnjähriges Bestehen

Das Logo der Waldorfschule Silberwald ziert ein Keimling, ein zartes grünes Pflänzchen mit einer tief im Boden verankerten Wurzel. Es ist ein perfektes Schaubild für die alternative Schule im Stuttgarter Stadtteil Sillenbuch, die am 11. November ihr zehnjähriges Bestehen feierte.

Am Anfang stand der Wunsch vieler Eltern im Stadtteil nach einer eigenen Waldorfschule. Die Initiative der Eltern ist bildlich gesprochen das Fundament der Silberwald-Schule oder eben die Wurzel. Durch ihr Engagement konnte die Schule überhaupt erst realisiert werden. Und auch noch heute ist der Einsatz der Eltern extrem wichtig: Vertreterinnen und Vertreter sitzen im Vorstand und lenken so die Geschicke ihres „jungen Pflänzchens“ mit.

„Wir sind eine besondere, familiäre Gemeinschaft aus Schülern, Lehrern und Eltern“, sagt Julius Göring, der Geschäftsführer der Waldorfschule Silberwald. 2006 öffnete die Schule mit einer Klasse und 23 Kindern ihre Pforten. Ihr heutiges Gebäude hatte die Schule damals noch nicht bezogen. Es wurde viel improvisiert, der Unterricht fand in zwei Klassenräumen statt, der damalige Geschäftsführer, Gerhard Heuser, arbeitete ehrenamtlich.

Aus der einen Klasse sind in der Zwischenzeit elf geworden und aus den 23 Kindern 307 Schülerinnen und Schüler, von denen die ersten in rund zwei Jahren die Schule mit dem Abitur verlassen werden. Obwohl das „zarte Pflänzchen“ in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen ist, hat sich die Schule ihren familiären Charme bewahrt. Zwar arbeitet Julius Göring nicht mehr ehrenamtlich wie sein Vorgänger, aber dem klassischen Bild eines Geschäftsführers entspricht er nicht. Er bezeichnet sich selbst mit einem Augenzwinkern als „Mädchen für alles“, der nicht nur die Zahlen seiner Schule im Blick hat, sondern auch morgens mal das Laub von den Treppen fegt, Toilettenpapier auffüllt oder im Notfall ein Pflaster auf ein aufgeschlagenes Knie klebt.

Zu Beginn des Schuljahres 2014/2015, nach acht Jahren mehr oder weniger Improvisation und Klassenräumen in einem großen Container, bezog die Silberwald-Schule ihren Neubau in der Kemnater Straße in Sillenbuch. Hier kommt auch die Triodos Bank ins Spiel: Sie finanzierte den Neubau von Gebäuden, in denen Klassenzimmer, Räume für Eurythmie und Musik, naturwissenschaftliche Fachklassen, der Hort und eine Mensa entstehen konnten.

Der Neubau ist sternförmig angelegt und hat drei Pausenhöfe für verschiedene Altersklassen. Die Klassenzimmer sind hell und offen. Ein Naturstein-Amphietheater bietet im Sommer die Möglichkeit Schüleraufführungen auch im Freien stattfinden zu lassen.

Auch das neue Schulhaus wäre ohne das Engagement der Sillenbucher Elternschaft wohl nicht so einfach zustande gekommen: Rund 10.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden hat der Freundeskreis der Schule in das Gebäude gesteckt.

Lecker: Ein besonderer Kuchen zum zehnjährigen Jubiläum.

Lecker: Ein besonderer Kuchen zum zehnjährigen Jubiläum.

Obwohl über der Schule noch immer ein gewisser Gründergeist schwebt, kommt das Gemeinschaftsprojekt nun in anderes Fahrwasser. „Die Pionierphase geht langsam zu Ende, wir sind auf dem Weg in die Konsolidierungsphase“, sagt Julia Wallmersperger, Mutter und langjähriges Vorstandsmitglied. Wallmersperger muss es wissen, denn sie ist mit der Entwicklung der Schule vertraut wie nur wenige andere Personen und von Anfang an dabei.

Wenn bald die ersten Schüler ihr Abitur an der Silberwaldschule abgelegt haben, ist die Pionierphase wohl endgültig vorbei. Spätestens dann ist die Schule kein „zartes grünes Pflänzchen“ sondern eine tief verwurzelte gesunde Pflanze.

Sie wollen mehr über Waldorfschulen erfahren und wissen, warum die Triodos Bank die alternativen Schulen finanziert? Dann bitte hier entlang.

Text: Michael Rebmann

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