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einblick

Warum wir einen offenen Brief geschrieben haben

Gesetzinitiativen für nachhaltigeres Finanzsystem gehen nicht weit genug

Gesetzinitiativen für nachhaltigeres Finanzsystem gehen nicht weit genug

Sowohl die Europäische Kommission als auch das Europäische Parlament beschäftigen sich damit, wie das Finanzsystem nachhaltiger werden kann. Das ist toll, in einigen Punkten sehen wir dennoch Verbesserungsbedarf.

Die gute Nachricht zuerst: Die hohe Politik hat erkannt, wie wichtig eine nachhaltige Finanzwirtschaft für eine lebenswerte Zukunft ist. Sowohl die Europäische Kommission als auch das Europäische Parlament arbeiten derzeit an unterschiedlichen Gesetzen, um Banken und anderen Investoren zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Eine Bankenregulierung aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien gab es noch nie und ist unbedingt zu begrüßen. Die Politik hat erkannt, dass die Finanzwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten muss, damit die Weltgemeinschaft die Ziele des Pariser Klimaabkommens und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) erreichen kann. Mehr dazu, warum Banken im Kampf gegen den Klimawandel so wichtig sind, gibt es hier.

Und jetzt die schlechte Nachricht? Die gibt es zum Glück nicht wirklich. Allerdings gehen uns von der Triodos Bank die Bestrebungen nicht weit genug – beziehungsweise laufen sie in manchen Punkten in die falsche Richtung. Wir stehen mit dieser Meinung nicht alleine. Auch Nichtregierungsorganisationen, wie der WWF, Germanwatch oder Südwind, andere Akteure der Finanzwirtschaft (z.B. die Hannoversche Kassen) und Wissenschaftler teilen unsere Meinung. Deshalb haben wir zusammen einen offenen Brief an die EU-Kommission, das EU-Parlament und die Bundesregierung adressiert. Darin führen wir Punkte auf, die in unseren Augen unbedingt mit in die Gesetzgebung einfließen sollten.

Unser offener Brief hat breiten Anklang gefunden und wurde von vielen weiteren Akteuren unterschrieben. Mitunterzeichner sind beispielsweise andere Nachhaltigkeits- und Kirchenbanken, wie die GLS Bank und die EthikBank und weitere Nichtregierungsorganisationen wie der NABU. Insgesamt 63 Organisationen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen den Brief mit. Die Unterzeichner des Briefes aus dem Finanzsektor repräsentieren ein Finanzvolumen von über 150 Mrd. Euro.

Was plant die Politik und was fordern wir? Einige Beispiele:

Künftig sollen Investoren belohnt werden, wenn sie „grüne“ also ökologisch nachhaltige Investments tätigen. Wir sagen: Das reicht nicht. Um wirklich Einfluss auf den Klimawandel nehmen zu können, müssen klimaschädliche Investments erschwert werden. Zum Beispiel müsste es für Banken unattraktiver werden, z.B. in die CO2-intensive Kohleindustrie zu investieren. Nur Erleichterungen von Investitionen in beispielsweise Windkraft, führen nicht dazu, dass Investments in klimaschädliche Sektoren abnehmen.
Ein weiterer Punkt, den wir kritisieren, ist das sich die politischen Akteure zunächst auf ökologische Nachhaltigkeit fokussieren wollen. Wir fordern, dass neben der „grünen“ Nachhaltigkeit auch die soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt wird. Eine Orientierung dafür können die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN liefern, die Felder wie Armut, Bildung oder die Gleichstellung der Geschlechter beinhalten.

Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass auch die europäischen Aufsichtsbehörden für das Finanzsystem ihre Aufsichtskriterien um Nachhaltigkeitsaspekte erweitern müssen. Nicht nur ausschließlich finanzielle, sondern auch nachhaltige Risiken gehören überwacht.

Hier gibt es den offenen Brief in voller Länge.

mrn

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Sabine Stöhr vor 3 Monaten

Ich finde Ihr diesbezügliches Engagement vorbildlich. Es freut mich, dass Ihr Brief so viele und auch prominente Unterstützer gefunden hat.
Ich weiss leider nicht, ob das thematisch in diesem Umfeld richtig angesiedelt ist. Ich halte die gigantischen Investitionssummen und damit Einflussmöglichkeiten von Blackrock, Blackstone etc. , die in meiner Wahrnehmung weitestgehend unkontrolliert sind für höchst bedenklich. To big to fail ein Riesenthema bei Banken, dort ist diese Gefahr vielleicht kleiner (?) aber andere Gefahren deutlich grösser.

Knut Harnisch vor 3 Monaten

Bitte bleiben Sie dran, es ist eine wertvolle Initiative!