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neuigkeit

Warum wir unsere Lebensmittel wieder mehr wertschätzen sollten

Das immense Problem der Lebensmittelverschwendung

Das immense Problem der Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung war lange ein chronisch unbeachtetes Thema. Zum Glück ändert sich das langsam, denn die ökologischen Folgen des Wegschmeißens sind verheerend. Ein Auszug aus dem Sach-und Kochbuch “Resteküche – Für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln” von Daniel Anthes & Katharina Schulenburg.

Wir scheinen den Bezug zu unseren Lebensmitteln verloren zu haben. Wir sind es gewohnt, montagabends im Supermarkt die komplette Palette aller erdenklichen Lebensmittel zur Auswahl zu haben. Und zwar jeden Tag, das ganze Jahr – ganz gleich ob im Frühling, Winter, Sommer oder Herbst. Lebensmittel sind in gewisser Weise wie Strom für uns geworden: Auf Wunsch können wir unsere Nachfrage direkt befriedigen. Einfach so und dazu auch noch extrem günstig.

Doch was bedeutet es eigentlich, wenn wir Erdbeeren im Februar oder Feldsalat im Juli in der Auslage erblicken können? Viele wissen gar nicht mehr, wie das, was jeden Tag auf Ihren Tellern und dann auch schließlich auch in den Mägen landet, eigentlich dort hingekommen ist. Generell, so scheint es, hat sich die Art und Weise, wie wir mit unseren Lebensmitteln umgehen, komplett gewandelt. Und irgendwie ist das in Zeiten der Immer-Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu knallhart günstigen Preisen auch nicht wirklich verwunderlich.

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Das nachhaltige Girokonto der Triodos Bank

Doch so einfach und unbedeutend das Wegschmeißen von übrig geblieben Lebensmitteln hin und wieder auch scheint, so schwerwiegend sind die Folgen, wenn es jeder macht. Denn es führt letztlich dazu, dass wir extrem verschwenderisch leben und damit unnötigerweise große ökologische und gesellschaftliche Probleme erzeugen.

Allein in Deutschland landen pro Sekunde 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel in der Tonne

Laut einer Studie des WWF landen allein in Deutschland pro Sekunde 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel in der Tonne. Diese Zahl summiert sich auf das Jahr gesehen auf  18 Millionen Tonnen und entspricht damit einem Drittel des gesamten deutschen Nahrungsmittelverbrauchs.

Ob UN-Nachhatigkeitsziele, EU-Aktionspläne oder Initiativen auf nationalstaatlicher Ebene – politische Willensbekundungen dürfen wir in Anbetracht dieser ungeheuren Verschwendung immer häufiger vernehmen. Was hier jedoch oft fehlt ist die gesetzliche Verbindlichkeit.

Immerhin Frankreich und Italien sind einen Schritt weiter gegangen und haben kürzlich Gesetze erlassen, um die Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen.

Doch ändert es wirklich etwas daran, wie wir mit unseren Lebensmitteln umgehen? Oder sind es am Ende doch nur Lippenbekenntnisse, um bei der nächsten Wahl besser da zu stehen? Bekommen wir so tatsächlich das aus dem Ruder gelaufene System in den Griff, welches nicht nur Lebensmittel, sondern eben auch Energie, Wasser und Land in rauen Mengen verschwendet?

Über den Autor
Daniel Anthes

Der Diplom-Wirtschaftsgeograph, Jahrgang 1986, arbeitet als Berater & Speaker beim Frankfurter Zukunftsinstitut. Privat engagiert er sich als Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins ShoutOutLoud, wo er unter anderem das Projekt Resteküche initiierte. Des Weiteren schreibt er nebenbei für seinen Blog und diverse Zeitungen zu Nachhaltigkeitsthemen.

Diese Fragen stellt sich zunehmend meine Generation, die sogenannte Generation Y – oder wie auch immer man uns nennen mag. Doch anstatt auf entsprechende Abkommen, Gesetze oder gar Unternehmensallianzen zu warten, packen wir selbst an, entwickeln innovative Lösungen und machen so den Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung zu einem zentralen Lebensinhalt. Lebensmittelverschwendung war lange ein chronisch unbeachtetes Thema, doch bekommt endlich – auch vor allem aufgrund des Engagements der Initiative bundesweit – die öffentliche Aufmerksamkeit, die es verdient.

In den letzten Jahren hat sich eine Vielzahl an Organisationen gegründet, um zu mehr gesellschaftlicher Wertschätzung von Lebensmitteln bei zu tragen. Die Ansätze sind dabei so vielfältig wie kreativ: Ob Knödelkult aus Konstanz mit seinen Semmelknödeln im Glas aus gerettetem Brot, Etepetete aus München mit seinen Gemüseretter-Kisten aus extravagant aussehendem Gemüse oder The Good Food aus Köln und Sirplus aus Berlin, die jeweils in einem eigenen Laden aussortierte und abgelaufene Lebensmittel weiterverkaufen.

Als kritischer Zukunftsoptimist bin ich sehr gespannt, wie sich das in Zukunft weiterentwickelt. Wie groß der Druck sein wird, den Initiativen im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung auf Politik und Unternehmen ausüben werden. Klar ist aber auf jeden Fall auch, dass wir gar keine andere Wahl haben, als dieses Problem schleunigst in den Griff zu bekommen.

Diese ist ein abgewandelter Auszug aus dem Sach-& Kochbuch “Resteküche – Für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln” von Daniel Anthes & Katharina Schulenburg, welches ab sofort auf Oekom Crowd vorbestellt werden kann.

Titelbild: PAULA BOROWSKA, magdeleine.co

Text: Daniel Anthes

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robert meier vor 6 Monaten

ja, stimme da vollig zu. Bei uns wird so etwa NICHTS weggeworfen. Und wenn mal etwas dopch angefangen hat zu rotten, ein einzelner Apfel z.B. , lander der auf den Komposthaufen und ist so Nahrung fur den Obst aus unserem Garten 🙂