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neuigkeit

Auswirkungen des überhitzten Immobilienmarktes

Die ZIK hilft Menschen, die im Wettbewerb um Wohnraum keine Chancen haben

Die ZIK hilft Menschen, die im Wettbewerb um Wohnraum keine Chancen haben

Mieten in zentralen Lagen können sich selbst Normalverdienende vielerorts nicht mehr leisten. Menschen mit schweren chronischen Krankheiten haben es oft noch viel schwerer. Ihnen droht im schlimmsten Fall die Straße. Das will die ZIK verhindern. Ein Ortsbesuch in Berlin.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Städten ist ein immenses Problem. Betroffen davon sind nicht mehr nur Menschen mit geringen Einkommen, sondern auch „Normalverdiener“. Viele Familien können sich Wohnungen in guten Lagen nicht mehr leisten, kreative Szenen, die ein Stadtviertel oft lebenswert machen, werden verdrängt. Dieses Problem ist in aller Munde. Weniger im Fokus stehen die Auswirkungen der Gentrifizierung und des überhitzten Immobilienmarktes auf Menschen, die im Wettbewerb um Wohnraum schon immer schlechte Chancen hatten – und die nicht nur weiter in die Peripherie gedrängt werden, sondern auf der Straße landen.

Die ZIK – zuhause im Kiez gGmbH kümmert sich in Berlin um genau diese Menschen, um Menschen, mit HIV, Aids oder anderen chronischen Erkrankungen. Menschen, die neben ihrem chronischen Leiden oft auch eine psychische Erkrankung haben und bei Vermietern durch das Raster fallen: Zu anstrengend, zu unsicher, zu mittellos.

„Die Wohnsituation für diese Menschen hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft“, sagt Susann Nahmmacher, die Leiterin des ZIK-Standortes in der Beusselstraße in Berlin-Moabit. Die ZIK hat in Berlin insgesamt 13 Standorte und entstand vor rund 30 Jahren aus der Aidshilfe. Damals adressierte sie eines der zentralen Probleme für viele an HIV und Aids erkrankte Menschen: Sie mietete Wohnungen an und vermittelte sie an die Betroffenen weiter, die oftmals „unter sehr menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten“, wie Nahmmacher sagt.

Das Klima auf dem Wohnungsmarkt ist deutlich rauer geworden

Die Wohnungsvermittlung für Menschen mit chronischen Erkrankungen ist auch 30 Jahre nach ihrer Gründung noch eine der zentralen Aufgaben der ZIK. Allerdings ist das Klima auf dem Wohnungsmarkt deutlich rauer geworden. Früher sei es oft der Fall gewesen, dass die ZIK sich irgendwann aus dem Mietverhältnis zurückgezogen habe und die Klienten die vermittelte Wohnung als Hauptmieter übernommen hätten, erinnert sich Nahmmacher. Heute sei dies fast unmöglich geworden.

Die SolWo Holding GmbH, ein familiengeführtes Immobilienunternehmen aus Berlin, setzt dieser Entwicklung etwas entgegen. Die SolWo vermietet ihre Objekte langfristig, partnerschaftlich und bezahlbar gezielt an soziale Träger – zum Beispiel in der Beusselstraße an die ZIK. Für soziale Träger ist SolWo ein Glücksfall.

In der Beusselstraße befinden sich 21 Einzelappartements für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Alle haben sie eine kleine Küche und ein relativ geräumiges Bad. Sie wirken einladend und hell und befinden sich in der ersten und zweiten Etage des Gebäudes. Im Erdgeschoss des Hauses gibt es Gruppenräume und dort sind auch die Büros der ZIK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Denn neben dem Wohnraum, den die ZIK in Moabit zur Verfügung stellt, leisten Nahmmacher und ihr Team wertvolle psychosoziale Arbeit und betreuen die Klientinnen und Klienten eng. „Wohnraum ist als Basisversorgung ganz wichtig. Aber oftmals sind die Probleme tiefer und umfangreicher“, sagt Nahmmacher. Die ZIK bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern deshalb Hilfestellung für alle möglichen Problemlagen an. Außerdem gibt es viele Freizeitangebote – etwa gemeinsames Kochen, eine Gartengruppe (im Hinterhof der Beusselstraße findet sich ganz unerwartet ein wahres Garten-Kleinod), Sport, Ausflüge und eine jährliche Gruppenreise.

Die SolWo GmbH ist einer von mehreren Kreditkunden der Triodos Bank, die sich dem Kampf gegen Verdrängungsprozesse und somit auch sozialer Segregation in Ballungsgebieten verschrieben hat. Ein weiterer inspirierender Triodos-Kunde aus diesem Bereich sind die Mieterinnen und Mieter der Seumestraße.

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Text: Michael Rebmann

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Christine vor 6 Tagen

Wir leben sehr glücklich auf dem Land. Das ist vielleicht nicht allen möglich, aber wer gesund und/oder mobil ist, kann hier besser leben als in der Stadt. Grün, Garten, nette Nachbarn, VIEL PLATZ, und pendeln müsste ich auch in der Stadt. Das Wohnraumproblem ist mit hausgemacht durch das um sich greifende Dogma, dass man nur noch in der größten Großstadt wirklich leben kann.