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einblick

Die erstaunliche Geschichte von MA’s Food in Sri Lanka

Wie Mario De Alwis in Zeiten des Bürgerkriegs ein nachhaltiges Unternehmen etablierte

Wie Mario De Alwis in Zeiten des Bürgerkriegs ein nachhaltiges Unternehmen etablierte

Fonds sind für viele Anleger ein Buch mit sieben Siegeln: Welche Unternehmen sich im Portfolio der Finanzprodukte verstecken, interessiert oft nicht. Das ist schade. Denn, wer genauer hingeschaut, sieht, dass viele Fonds mit dem eigenen Ersparten beispielsweise Rüstungs- oder Atomkonzerne finanzieren. Anders ist es bei der Triodos Bank. Wir zeigen genau, wen wir mit den Mitteln unserer Fonds finanzieren. Einer von ihnen ist Mario De Alwis aus Sri Lanka und seine Firma MA’s Food. Das ist seine Geschichte:

1983 ist ein einschneidendes Jahr für Sri Lanka, den Inselstaat im Indischen Ozean. Es markiert den Beginn des bis 2009 andauernden Bürgerkriegs zwischen Singhalesen und Tamilen. Bis zu 100.000 Todesopfer forderte der brutale Konflikt. Als der Bürgerkrieg beginnt, ist Mario De Alwis Betreiber eines kleinen Backpacker-Gasthauses mit angeschlossenem Restaurant, das für seine einheimische Küche bekannt ist. Der Krieg bereitet seinem Geschäft ein jähes Ende. Die Touristen bleiben aus, die Einnahmen brechen weg.

Mario De Alwis

Mario De Alwis

Der Beginn des Bürgerkriegs war nicht nur das Ende von De Alwis‘ Geschäft, sondern zugleich der Anfang von etwas Neuem: Wenn die Touristen nicht mehr in sein Restaurant kommen können, muss das Restaurant irgendwie zu den Menschen weltweit gelangen, dachte sich der gelernte Maschinentechniker damals. Da De Alwis mit Gästen rund um den Globus Kontakt gehalten hatte, verschickte er kleine Pakte mit hausgemachtem Currypulver und Rezepten. Die Idee kam an und die erste Marke war geboren: Curries.

Nur drei Jahre später gründete er mit seiner Frau Suzette MA’s Kitchen. Der Name sei eine Hommage an die „Hüterin von Familienrezepten“, die von einer Generation zur nächsten übergeben würden, sagt De Alwis: die Mutter. MA’s Kitchen hat sich seitdem zu einer der führenden Lebensmittelfirmen des Landes entwickelt und ist besonders für ihre hochwertigen Gewürzmischungen bekannt.

Eine Herzensentscheidung zahlt sich aus

2004 nahm die Entwicklung von MA’s Kitchen, das heute MA’s Food heißt, eine unerwartete Wende: Über seine Bank bekam De Alwis das Angebot, eine geschlossene und ziemlich heruntergekommene Kokosverarbeitungsfabrik zu kaufen. Zunächst zögerte er, doch dann entschied er sich für einen Kauf. Es sei damals eher eine Entscheidung mit dem Herzen gewesen, als mit dem Geldbeutel, sagt der Unternehmer im Rückblick. Aber sie zahlte sich auch finanziell aus: Die Fabrik in der Nähe der Hauptstadt Colombo trug zum Wachstum von MA’s Food bei. Vor allem für den Export sei der Kauf gut gewesen. Heute geht ein Drittel der Produktion ins Ausland, überwiegend in die Niederlande und Deutschland.

Mehr über die nachhaltigen Fonds der Triodos Bank

Doch MA’s Food ist viel mehr als ein erfolgreiches Unternehmen aus Sri Lanka – denn das alleine reicht nicht, um in einen der Triodos Fonds aufgenommen zu werden. Für De Alwis ist Nachhaltigkeit von besonderer Wichtigkeit: Die derzeit rund 350 Miterbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma sowie etwa 120 Bäuerinnen und Bauern, deren Produkte MA’s Food bezieht, erhalten für Sri Lanka besondere Zusatzleistungen. „Wir bieten unseren Mitarbeitern Ausbildungsdarlehen, Wohnraum und Mahlzeiten an“, sagt der Unternehmenschef. Darüber hinaus erhielten beispielsweise Schwangere eine besondere Vergütung, auch über die Entbindung hinaus. Die heutige Fabrikleiterin etwa sei mit 18 Jahren nach der Schule in das Unternehmen gekommen, ihre Familie habe heute ein eigenes Haus und ihre Kinder hätten eine technische Ausbildung absolviert.

Aufhören zu arbeiten will er noch lange nicht

Neben dem fairen Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern legt De Alwis ein besonderes Augenmerk auf die Art und Weise der Produktion der Lebensmittel, die er weiterverarbeitet. 30 Prozent der Produkte sind biologisch angebaut – und ihr Anteil soll weiter wachsen. Bauern, die auf Biolandwirtschaft umstellen, erhalten eine zusätzliche Prämie von MA’s Food. Im „Einklang mit der Natur und den Menschen in der Umgebung“ zu leben, sei für ihn zentral, sagt De Alwis.

Langsam plant De Alwis sich aus dem täglichen Geschäft zurückzuziehen. „Glücklicherweise haben unsere Söhne beschlossen, nach ihrem Studium in Australien nach Sri Lanka zurückzukehren“, sagt er. Aufhören zu arbeiten wird der Unternehmer deshalb aber lange noch nicht. Zu viele Projekte warteten auf ihn, sagt er. Eine besondere Herzensangelegenheit für ihn ist der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg besonders schlimm gebeutelten Nordens in seinem Heimatland. Dort im Norden hat er bereits eine heruntergekommene Milchfabrik gekauft – auch dieses Mal habe das Herz die Entscheidung getroffen und nicht der Kopf. Wo das bei De Alwis hinführen kann, ist ja jetzt bekannt.

MA’s Food ist nicht selbst im Portfolio eines Triodos Fonds, dafür aber indirekt. DO-IT, ein holländischer Großhändler für biologische Lebensmittel, kauft die Kokosmilch von MA’s Food und ist im Portfolio des Triodos Organic Growth Fund. Die Geschichte von MA’s Food ist eines von vielen Beispielen die zeigen, dass sich sozial-ökologische und finanzielle Rendite nicht ausschließen. Welche anderen Unternehmen unterstützen wir mit den Mitteln unserer Fonds? Hier gibt’s weitere Beispiele – etwa von Shimano.

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Stephanie Gaschott vor 3 Wochen

Ich finde das total klasse! War im April erst auf Sri Lanka! Es interessiert mich auch ob und wo im PLZ-Gebiet 67 es MA’s Coconut Milk zu kaufen gibt?

Antwort an Stephanie Gaschott
Michael Rebmann (Triodos Bank) vor 3 Wochen

Hallo Frau Gaschott,

freut mich sehr, dass Ihnen die Geschichte von MA’s Food gefällt! Leider kann ich Ihnen nicht sagen, ob und wo in Ihrem PLZ-Gebiet die Milch verkauft wird. Aber es gibt sie in unterschiedlichen Online-Shops zu kaufen. Oder Sie können den niederländischen Bio-Großhändler DO-IT mal anhauen: http://www.organic.nl/index.php

Viele Grüße

Michael Rebmann

Susanne Filippin vor 2 Wochen

Klasse! Ich habe 10 Jahre in Sri Lanka mit meinen Kindern gelebt. Mein Sohn lebt wieder dort. Eine Freude dies zu lesen!