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einblick

Ein bedingungsloses Grundeinkommen als Motor für eine nachhaltigere Wirtschaft

Ein Kommentar von Georg Schürmann

Ein Kommentar von Georg Schürmann

Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen die Antwort auf die Veränderung unserer Arbeitswelt sein? Es kommt darauf an, wie es eingesetzt würde. Ein Kommentar von Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank in Deutschland.

Die Wertschöpfung in unserer Gesellschaft beruht auf menschlicher Arbeit. Wie stark dieser Zusammenhang künftig noch besteht, ist schwer zu sagen. Algorithmen und Roboter können schon heute viele ehemals menschliche Tätigkeiten besser ausführen – und sie durchdringen mehr und mehr Bereiche unseres Arbeitslebens. Mit der rasanten Digitalisierung und Technisierung der Arbeitswelt geht die Angst vor Arbeitsplatzverlusten einher. Wird unsere Arbeitskraft künftig noch gebraucht? Können wir in einem anderen Bereich Arbeit finden oder ist es vielleicht an der Zeit für ein ganz anderes ökonomisches System, in dem die Erwerbsarbeit nicht im Zentrum steht?

Hier kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel. Es sieht vor, die Lebensgrundlage aller Menschen zu sichern – ohne dass sie dafür arbeiten gehen müssten. Die gesellschaftliche Debatte um das Konzept nimmt an Fahrt auf. In der Schweiz scheiterte im Sommer zwar eine Volksabstimmung zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, sie gab dem Diskurs um das Thema aber einen ganz neuen Schub. Finnland führte einen Test des Konzeptes Anfang dieses Jahres ein, im niederländischen Utrecht wird damit experimentiert. Spannend ist auch die Initiative „Mein-Grundeinkommen“ die regelmäßig Grundeinkommen von € 1.000,- für ein Jahr verlost. Aus der Wirtschaft erhält die Idee zudem immer mehr Unterstützung.

Ich bin davon überzeugt, dass der Großteil der Menschen die neu gewonnene Freiheit durch ein Grundeinkommen nutzen und sich produktiv in unsere Gesellschaft einbringen würde

Georg Schürmann

Was ist davon zu halten? Ein bedingungsloses Grundeinkommen dürfte auf keinen Fall eine neoliberale Mogelpackung sein, die darauf abzielt Sozialleistungen zu kürzen und durch ein niedriges Grundeinkommen zu ersetzen. Unternehmen dürften dadurch nicht aus der Verantwortung für ihre Mitarbeiter genommen werden. Arbeitsrechte dürften nicht infrage gestellt und Lohndumping nicht ausgebaut werden. Würde die Idee in dieser Form eingeführt, wäre es ein Rückschritt.

Richtig eingesetzt könnte das Grundeinkommen dagegen Motor für den positiven Wandel unseres ökonomischen Systems sein. Denn es setzt Potentiale bei den Menschen frei, die sie sonst für die Erwerbsarbeit nutzen müssen. Viele Kritiker eines bedingungslosen Grundeinkommens behaupten, die Menschen würden dadurch faul. Sie würden die Füße hoch legen und hätten keinen Anreiz mehr sich für etwas einzusetzen. Davon bin ich nicht überzeugt. Ich denke, der Großteil der Menschen würde die neu gewonnene Freiheit nutzen und sich produktiv in unsere Gesellschaft einbringen.

Warum ich das glaube? Weil ich es täglich erlebe. Unsere Kunden, die Kunden der Triodos Bank, wollen mit dem Geld, das sie uns anvertrauen, die Welt verändern. Sie wollen, dass damit erneuerbare Energie gefördert, Pflegeheime und Schulen gebaut oder die biologische Landwirtschaft ausgebaut wird. Sie wollen mit uns die Gesellschaft positiv verändern. Und es werden immer mehr.

Georg Schürmann Triodos Bank

Georg Schürmann ist Geschäftsleiter der Triodos Bank in Deutschland.

Über die Finanzierung des Grundeinkommens wird heftig gestritten. Es lasse sich niemals realisieren, bemängeln Kritiker. Viele Studien gehen vom Gegenteil aus. Ob über die Zusammenführung aller Sozialleistungen zu einer Quelle oder über Steuern, es gibt viele Umsetzungsmöglichkeiten für ein Grundeinkommen, die auch schon durchgespielt wurden. Mir scheint seine Realisierung ist weniger eine Frage der Ökonomie denn der Politik.

Die Unzufriedenheit mit unserem heutigen Wirtschaftssystem ist groß. Die Ungleichheit in den Gesellschaften wächst – wie nicht zuletzt die Arbeit des Ökonomen Thomas Piketty belegt hat. Die Schere zwischen Arm und Reich geht schneller auf als noch vor 20 Jahren. Die konventionellen Banken sind ein Teil des Problems. Viel zu viel Geld fließt in die Finanzmärkte, viel zu wenig in die Realwirtschaft. Auch deshalb kommen die Menschen zu uns und anderen Nachhaltigkeitsbanken, weil wir es anders machen.

Der Wille etwas zu verändern ist da.

Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wachsen die Chancen für die einzelnen Menschen, die Vorsätze auch umzusetzen. In diesem Sinne könnte es der Motor für den Wandel zu einer Ökonomie sein, die unsere Gesellschaft wieder gerechter macht. Eine Ökonomie, in der nicht die Gewinnmaximierung im Fokus steht, sondern das Wohl von Mensch, Tier und Umwelt. Viele Umfragen zeigen, dass die Menschen genau das wollen. Schlicht an der Umsetzung in großem Stile mangelt es. Es passiert zwar viel, aber nicht genug. Das bedingungslose Grundeinkommen könnte dies ändern. Es setzt Ressourcen frei. Spannend wird sein, was die ersten Evaluationen der Experimente in Finnland und den Niederlanden ergeben. Schon bald werden wir mehr wissen.

Autor: Georg Schürmann

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David Kummer BGE vor 8 Monaten

Es ist nur logisch, schaun sie sich das Dauphin Experiment in Kanada an, schaun sie sich das Experiment in Namibia an. Beide zeigen die selben Ergebnisse. Und bei beiden waren die Grundvorraussetzungen lange nicht Optimal gewesen.

Ich beschäftige mich nun seid fest 2 Jahren mit BGE. Haubtzächlich mit der Bezahlbarkeit, weil ich Zahlen nun mal mag.

Daraus sind 2 mögliche Finanzierungskonzepte entstanden mit dehnen jeweils ein Grundeinkommen möglich ist. Im Konzept eins sogar ein bedingungsloses Gruneinkommen. Aber auch Konzept 2 werden einige Vorteile des „B“GE deutlich, auch keine Nachteile.

Konzept 1:
->Finanzierung: Finanztransaktionssteuer von 3% auf alle digitalen Geldbewegungen(Ein- und Ausgang jeweils extra) um Min 1,68 Bilionen € einzunehmen und damit, alle Staatsausgaben sowie ein BGE von Aktuell 1040€ +KV-Anteil zu bezahlen. Alle anderen Steuern werden abgeschafft.

->Änderungen am Sozialsystem:
->Arbeitnehmer zahlen keine SV mehr.
->Arbeitgeber zahlen AV/RV zu 100%.
->AV/RV rechnet das BGE an. Wenn BGE 1040 € beträgt und 1300€ durch AV/RV bekommt, dann zahlt AV/RV 260€.
->ALG2, Kindergeld, Wohngeld wird gestrichen.
->KEINE Änderungen an bestehenden anderen Sozialen Errungenschaffen wie zB Kündigungsschutz!

Konzept 2:
-> Finanzierung:Nicht nötig, Gesammtsumme 170-500 Milionen €. Gibt Haushalt einfach ab.

->Änderungen am Sozialsystem:
->Sanktionen bei ALG1+2 werden abgeschafft
->Bedürftigkeitsprüfungen werden reduziert und deutlich vereinfacht.
Legt man hier nur eine Zeile dazu…
->Zuverdienst werden 50% auf ALG1+2 angerechnet.
Wird daraus ein brauchbares BGE, das mit dem von Kanada vergleichbar ist. Leider past dann die Finanzierung nicht mehr. Den alleine diese Option, würde bedeuten, das alle Menschen, mit weniger als ~1600 Netto, plözlich anrecht auf Harz4 hätten. Also alle die bisher für Mindestlohn arbeiten.

Die größte ANGST, die mir von bisherigen Kritikern(befürworter anderer Modelle) für Konzept 1 der Finanzierung entgegenschlägt, ist die ANGST das das eine kleine Hyperinflation auslöst. Zu 100%, kann ich dies nicht ausschliesen.

Antwort an David Kummer BGE
Dreh anders vor 8 Monaten

Vielen Dank für das interessante Berechnungsmodell. Gibt es denn Überlegungen, wie man mit dem zu erwartendem Pull-Faktor umgehen möchte, den ein solches Modell haben wird?

Thomas Knorra vor 8 Monaten

Ein bedingungsloses, Existenz und gesellschaftliche Teilhabe sicherndes Grundeinkommen ist der nächste große, zivilisatorische Schritt. Es wird Ängste abbauen und Potentiale freisetzen, die wir dringend brauchen, um die gravierenden politischen,sozialen, ökonomischen und vor allem ökologischen Probleme anzugehen.

Hans Stallkamp vor 8 Monaten

JA!! Warum sollen unsere Ingenieure und küreativen Menschen neue Wirtschaftsgüter
erfinden und konstruieren, wenn niemand da ist der diese Güter und Wohltaten kaufen kann, weil die Hälfte der M“enschheit „ARM“ist und kein Geld zum bezahlen hat, nein ,sogar menschenunwürdig auf Wohltaten der Reichen angewiesen ist.
Hans Stallkamp

Hans Stallkamp vor 8 Monaten

JA!! Warum sollen unsere Ingenieure und kreativen Menschen neue Wirtschaftsgüter
erfinden und konstruieren, wenn niemand da ist der diese Güter und Wohltaten kaufen kann, weil die Hälfte der Menschheit „ARM“ist und kein Geld zum bezahlen hat, nein ,sogar menschenunwürdig auf Wohltaten der Reichen angewiesen ist obschon sie selbst diese Wohltaten erarbeitet haben.
Hans Stallkamp

Shoshana vor 7 Monaten

Ich sehe es auch noch aus einer anderen „Warte“, als Musikerin und Networkerin halte ich es für eine Gute Idee. o viele Menschen, die mir das erzählen, ohne drei Jobs und Druck nur eine Wohnung bezahlen zu können und sich im höchsten der Gefühle mal einen Urlaub im Jahr „leisten“ können. Das Leben ist so viel mehr als immer nur im „Hamsterrad“ zu rennen. Zu Rudern um über die Runden zu kommen. Viele Menschen wissen auch nicht, dass es da inzwischen noch viel mehr gibt als sie zu glauben scheinen… Und die Menschen, die „faul“ sind, die sind es ja jetzt auch schon, und ja gut, dass es ein Auffangnetz gibt, aber ist es so gut und stark um wirklich wieder aus dem Loch zu kommen, oder hat diese System auch einen Stabilisator um den Menschen im „Mangel“ zu halten!? Es wird sich eindeutig verändern, tut es ja jetzt schon, und ich freue mich sehr über die vielen Menschen, die die Traute haben, Neues Fahrwasser zu bringen. Das braucht Mut Courage, Stärke und Herz, und davor ziehe ich meinen Hut! 🙂

Antwort an Shoshana
Wolfgang Deininger vor 7 Monaten

ich setz mich massiv für die Einführung des BGE ein. Die Partei Grundeinkommen braucht in jedem Bundesland Unterschriften um im Herbst antreten zu können. Finanzierung aus meiner Sicht. 1,50€ Steuer auf jeden Liter Kerosin und die 3% auf jede Finanz Traktion. Drückt uns bitte die Daumen.
Wolfgang Deininger 87700 Memmingen

Detlev Matthias Daniel vor 7 Monaten

„Die Wertschöpfung in unserer Gesellschaft beruht auf menschlicher Arbeit.“ Das ist nur zu einem (kleinen) Teil richtig. Den bei weitem größeren Teil der „Wertschöpfung“ leistet oder leistete die Natur. Das Perverse unseres Wirtschaftssystems ist nun, daß es der kleine Beitrag menschlicher Arbeit sein soll, der darüber entscheidet, wie diese Werte unter den Menschen verteilt werden. Das Absurde daran ist, daß diese Werte nahezu vollständig menschlichen Ansprüchen zugeteilt werden. Um seine Bedürfnisse zu befriedigen, ist der einzelne Mensch also darauf angewiesen, daß die Gesellschaft ihm einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.

Tatsächlich sieht es aber noch einmal anders aus. Es ist nicht die persönliche Arbeitsleistung, die über die Verteilung entscheidet, sondern der verbriefte Anspruch vulgo „Geld“, der auch und viel erfolgreicher auf andere Weise gewonnen werden kann. Spätestens, wenn wir das als gegeben akzeptieren, führt letztlich kein Weg daran vorbei, das Grundrecht auf Existenz und gesellschaftlicher Teilhabe jedes Menschen durch ein ausreichendes Einkommen zu sichern – als eine gesellschaftliche Pflicht. Das geht aber nur, wenn die dafür erforderliche Arbeit auch Teil dieser Pflicht ist und nicht wiederum eine Gegenleistung beansprucht.

Die Inanspruchnahme des Rechts der einen auf ein bedingungsloses, also auch gegenleistungsfreies Einkommen gebiert die Pflicht der anderen, Leistungen gegenleistungsfrei zu erbringen. Erst wenn das gesellschaftlich akzeptiert ist, kann auch das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens gesellschaftsweit akzeptiert sein und funktionieren.

Alfred Wolkenopa vor 7 Monaten

Bedingungslos „JA“! Es würde nicht nur der besten aller Ehefrauen – sondern auch mir, dem Sohn – der Tochter mit den 3 Enkelkindern die Möglichkeit geben, dass sich jeder von uns, also 4 erwachsene Personen – auf der Strasse, in der Kinder-Tagespflege und in sozialer Arbeit mit Vergnügen „einbringen…“ würden!

Michael Stober vor 7 Monaten

Ich glaube, unsere Gesellschaft ist noch nicht reif dafür. Noch zu wenige Menschen denken in Gemeinwohl orientierter Weise. Noch ist der egoistische Gedanke zu stark.
Ich halte es für sinnvoll über Zwischenstufen nachzudenken. Warum nicht die Bürger Schritt für Schritt an diese Situation heranführen? Durch mehr Beteiligung an „Ihrem“ Staat. Durch mögliche Mitentscheidung in welche Schwerpunkte die Steuern des Einzelnen zu 5Prozent fliessen: Altersvorsorge, soziale Wohnbauten, Energiewende Projekte, Gesundheitswesen oder schulische Projekte.
Hierfür wäre auch eine Politik der Transparenz und Ehrlichkeit erforderlich.
Jetzt schon ein Grundeinkommen fühlt sich für mich an, wie die Euroeinführung ohne gleichzeitige Entwicklung der wirtschaftlichen, sozialen, juristischen und sonstigen gesellschaftlich relevanten Umstände des Euroraumes.
Denn das Grundeinkommen setzt auch eigenverantwortliches und am Gemeinwohl orientertes Verhalten aller voraus.
Eben dieses fehlt mir noch.
Michael Stober, Landgut Stober

Mathias Klentz vor 7 Monaten

Ich würde es sehr gerne noch erleben dürfen.Die jenigen die fauel sind wird es immer geben aber werden evtl dann in die Gänge kommen. Und einigen Institutionen und Firmen die es gewohnt sind druck auf ihre Angestellten aus zu üben wird so die Keule aus der Hand genommen. Die Menschen können dann wieder in Jobs arbeiten die ihnen liegen und Spaß machen. So wiederum entstehen wieder qualitativ hochwertigere Produkte und Projekte. Mit motiviertem Gruß
Mathias Klentz

Horst Rödiger vor 7 Monaten

Ich bin da sehr skeptisch. Es würde wieder einmal eine private Verpflichtung auf den Staat rückverlagert. Welchen Betrag würde das erfordern? Was soll werden, wenn das Steueraufkommen schrumpft ? Soll der Staat dann Kredite aufnehmen, während das Volk sich des Lebens freut ? Verkehrte Welt ohne Langfristperspektive

Roman Czyborra vor 7 Monaten

Ich denke, für jeden Menschen auf Antrag ein gebührenfreies Girokonto bei der ECB als Erdzentralbank mit den örtlichen Finanzämtern als Bankschalter mit automatischer Zubuchung von +1€/+1h Lebenszeit ab 6 Monate vor der Geburt bis 6 Monate nach dem Tode vulgo 24€/1d oder 720€/30d würde der Aufmerksamkeitsökonomie (Arbeitszeit ist Geld), in der sich Information exponentiell dupliziert, mit der knapperen Raumzeitenergie aber gewirtschaftet werden sollte. Welche Gesetze und Steuern dann wegfallen oder auf automatisierbare Pauschalen wie 12.5% Transaktionssteuer vereinfacht werden können, ergibt sich dann evolutionär. Und die Arbeitsämter haben dann die Hände frei, um bei der Organisation der Erledigung der Arbeit zu assistieren. Und die Sozialämter verkuppeln Menschen miteinander. Existentielle Grundsicherung könnte die ECB auch nach elektronischer Analyse der Transaktionen ohne Antragsbürokratie einprogrammieren. Künstliche Verknappung im kulturellen Extrem ist widernatürlich. Milde kulturelle, an die natürliche angelehnte Verknappung dürfte weiter helfen, die Produktivität letzterer mitmotiviert durch erstere zu optimieren.

Kai Neumann vor 7 Monaten

Auf know-whydotnet gibt es hierzu ein qualitatives Ursache-Wirkungsmodell zu den Pros und Cons und ein quantitatives Modell, welches die Zahlen für Deutschland durchzuspielen erlaubt. Es geht tatsächlich auf. Den Mittleren dürfte es egal sein, die Niedrigeren gewinnen deutlich, und die Höheren verlieren augenscheinlich. Problem, dass die Politik nicht die Stimmen der wenigen höheren EinkommensbezieherInnen zu fürchten braucht, wohl aber deren Einfluss auf die Meinungsbildung im Lande.

Rieke Frey vor 7 Monaten

Ich halte von einem bedingungslosen Grundeinkommen sehr viel, weil ich denke, dass es die Chance in sich birgt, dass immer mehr Menschen das tun, was ihnen von Herzen Freude macht und das ist doch immer das Beste, was wir tun können. Darin sind wir nämlich die Besten und wir bleiben zudem auch noch gesund, weil wir im Einklang mit unseren Interessen und Ambitionen stehen und dadurch entspannt und zufrieden leben, statt im Stress, der uns kaputt macht.
Und wir kommen durch Tätigkeiten, die uns entsprechen und auf uns zugeschnitten sind, in Kontakt mit uns selbst und mit dem Fluss des Lebens, in dem sich alles von alleine richtig zurecht rückt. Dadurch entstehen Vertrauen und Lebensfreude: die Voraussetzungen für eine freundliche und friedliche Gesinnung und Lebenseinstellung, die mit Kriegen, Ausbeutung, Unterdrückung und Desinteresse nicht vereinbar sind. Ich halte das bedingungslose Grundeinkommen daher für einen extrem spannenden Ansatz, um ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit auf allen Ebenen zu fördern und das Leben auf der Erde zu schützen.

Sieglinde Schellig vor 7 Monaten

Ich denke, dass ein BGE noch ein bisschen vorgegriffen ist. Wir sind ja schließlich nicht allein und können uns den Garten Eden nicht bauen, solange es darum herum drunter und drüber geht!
Unabhängig davon gäbe es viele Möglichkeiten, menschenwürdigere Verhältnisse zu schaffen.
Fangen wir mit der Altersvorsorge an. Hier wäre eine BG-Rente (bedingungslose Grundrente) ein vernünftiger Anfang, das zeigen reale Verhältnisse anderswo bereits. Die derzeitigen Verhältnisse hier in Deutschland sind unerträglich und es wird immer nur an den Symptomen herum laboriert-ein paar Prozentpunkte hier und paar da. Die Gestaltung aller Lebensabschnitte muss wieder gemeinsam erfolgen – so etwa vom Ansatz wie ein Mehrgenerationen-Modell, damit der Stress aus der Alltagsbewältigung heraus kommt und jede Altersgruppe die ihr gemäß mögliche Beteiligung am sozialen Miteinander erhalten kann. Das setzt natürlich auch bestimmte Voraussetzungen der “ Behausung“ voraus, die man nicht dem freien Markt überlassen kann.
Der 2. Punkt für Bedingungslosigkeit ist die Krankenversicherung. Jedem Menschen muss immer der Zugang zu einer angemessenen Grundversorgung möglich sein. Die derzeitige Praxis ist unerträglich, auch wenn sie nur von Randgruppen so wahrgenommen wird, z.B. von Selbständigen, die mal in wirtschaftliche Not geraten sind -oftmals nicht einmal selbst verschuldet- und von all den Menschen, die dauernd in prekären Verhältnissen leben und nicht Hartz IV beziehen. Kinder dürfen nicht vom Wohlwollen und Geldbeutel ihrer Eltern abhängen, wenn sie ihren eigenen Weg suchen (Stipendien/ Bafög usw.).
Außerdem habe ich große Zweifel, ob in all den Bereichen, in denen hart gearbeitet werden muss, noch Arbeitskräfte zu finden wären. Nicht alles können Drohnen und Roboter erledigen.

Ich finde die derzeitige Diskussion zum BGE viel zu kopflastig, man sollte erst mal mit den machbaren Dingen anfangen und somit auch wieder für mehr Frieden in der Gesellschaft sorgen.
Eine g r ü n d l i c h e Umweltbildung zum Thema Müll, Vergeudung von Ressourcen, nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung halte ich erst mal für für viel wichtiger und die elementare Voraussetzung für weitere Schritte – auch in den Köpfen!

Günther Wagner vor 7 Monaten

Bin auch der Meinung, dass es vielfältig ausgetestet werden muß. Rolf Dahrendorf schrieb in den 90ern zu den Nachteilen der Globalisierung vom künftigen autoritären Jahrhundert, da durch die weitgehend durchgesetzte neoliberale Politik immer mehr Menschen zweiter Klasse geschaffen werden, die, wie wir wissen, auf Fake-Populisten hereinfallen. Bzw. diese aus Protest wählen. Und jetzt noch die Digitalisierung ….

H. Schau vor 7 Monaten

In einem geschlossenen Wirtschaftssystem und einer ethisch ähnlich denkenden Gesellschaft (wie zB. dieser Kundenkreis) wird es funktionieren. Dann bin ich mir sicher. Aber….
Erstens: Bei Berücksichtigung der übrigen Welt – ich schätze, dass schon jetzt 5-6 Milliarden Menschen gleich oder schlechter als Hartz IV verdienen – wird diese Regelung eine Sogwirkung erzeugen. Was machen wir, wenn sich deshalb noch mehr Menschen nach Deutschland aufmachen?
Zweitens dürfen wir nicht davon ausgehen, dass alle Menschen genauso wie viele Deutsche denken und handeln (global, solidarisch einer Gesellschaft gegenüber und nicht nur der eigenen Familie (Clan-Denke), ökologisch, die Menschenwürde berücksichtigend, Religion nur als Privatsache betrachtend, Familienehre dem Recht unterordnend, etc..).
3. Das „Volk“ liebt Brot und Spiele. Wieviele Leute werden sich, wenn die „Brotversorgung“ sichergestellt ist, nicht einfach nur dem Spiel durch PC bzw. Internet und der Lust hingeben?

Antwort an H. Schau
Wolfgang Deininger vor 7 Monaten

das BGE wird vom Finanzamt auf Wunsch an alle mit einer deutschen Steuer ID NUmmer ausbezahlt – fertig.

Beatrice vor 7 Monaten

Ich denke nicht, dass man die Triodos-Kunden als Spiegel der Gesellschaft sehen kann. Leider handelt es sich hier um eine Randgruppe von Menschen die bereit sind für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Die Mehrheit der Menschen ist leider nicht vernünftig, sondern bequem und guckt genau bis zum eigenen Tellerrand. Der Grundgedanke des Grundeinkommens ist gut gedacht, würde aber in der Praxis wahrscheinlich scheitern.

Linde Lutz vor 7 Monaten

Wer den Sozialismus hinter sich hat, weiß dass solche „kostenlos Modelle „nicht so ohne weiteres funktionieren.
Trotzdem gäbe es vernünftige Ansätze:
Personengebunden (z.B. mittels Steuer ID – DE siehe. vorangegangener Vorschlag) ein Guthaben-Konto, von dem eine Grundpauschale für Krankenversicherung-Rentenversicherung- Pflegeversicherung -Arbeitslosenversicherung zur Absicherung bei der „Versorgungsinstitution Staat“ – aus STEUER-Mitteln in einen STEUER-Topf für alle geht.
Daraus ergibt sich dann für alle ein gleicher, ausreichender, aber niedriger Grundanspruch für ein Leben in Würde, ohne irgendwelche Hartz IV-Erklärungen. Wer mehr haben möchte, kann dann mit ganz normaler Arbeit nach seinen Vorstellungen „aufstocken“, was dem Normalbürger entsprechen würde.
Außerdem zeitlich begrenzt -vielleicht für insgesamt 10 Jahre eine Bildungspauschale ca. 500-600 €, die in bar für den Lebensunterhalt ausgezahlt werden muss, w e n n eine Fortbildung stattfindet. Dann kann jeder studieren oder sich weiter qualifizieren bzw. beruflich neu orientieren, wann er will und wie er will, ohne von reichen Eltern abhängig zu sein oder irgendwelche ungeliebten Jobcenter-Beschäftigungstherapien abzusitzen. Es wären Auszeiten möglich und dieses ewige Drama mit den Versicherungszeiten würde wegfallen.
In diese z e i t l i c h b e g r e n z t e Zuwendung sollte auch die Gründung von Firmen, Beginn einer selbständigen Tätigkeit und ähnliches hinein gehören. Damit würden möglicherweise viel mehr Menschen den Schritt zu einer eigenen Selbstständigkeit wagen und nicht so viel Angst vor den Anfangsjahren mit existentiellen Engpässen haben. Sie würden mit einer solchen „Startbasis“ eher in der Lage sein, letztendlich engagiert und nachhaltig für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und dies später wieder der Gesellschaft zurückzugeben (Schaffung von Arbeitsplätzen, Innovation, Steueraufkommen).
Das betrifft insbesondere auch die Frauen, die die Verantwortung für die Kinder oft! übernehmen müssen und sehr leicht in prekäre Situationen geraten, weil heutzutage die wirtschaftliche Basis nicht berechenbar und sicher ist.
Für die Chancengleichheit von Kindern wäre das Guthaben (per Steuer ID) für Betreuung-Bildung-außerschulische Aktivitäten (Musik, Sport usw.) erforderlich.
Die Eltern könnten ihre Kinder in solchen Zeiten ebenfalls viel entspannter und mehr entsprechend ihren tatsächlichen Bedürfnissen großziehen.
Die jetzigen Reglungen sind viel zu kompliziert. Am schlimmsten ist der Fakt, dass staatliche Unterstützung ab dem 12. Lebensjahr plötzlich endet und das Kind dann zum stigmatisierten Hartz IV Empfänger wird, wenn es Unterstützung zum Lebensunterhalt braucht.
Den Anspruch muss das K i n d haben, j e d e r der sich um das Wohl des Kindes kümmert (Eltern/ Großeltern/ sonstige Lebensgemeinschaften und Betreuungspersonen/ Kitas und Sonstige) kann das bereitgestellte „Grundeinkommen“ zum Wohle des Kindes -partiell ja nach seinem Anteil- in Anspruch nehmen, einen Teil in bar und einen Teil für die Inanspruchnahme von Freizeitaktivitäten wie Sport, Musik, Arbeitsgemeinschaften, kulturelles und soziales Miteinander usw.

Um das umzusetzen, bedarf es vor allem einer übersichtlichen und leicht umzusetzenden Kategorisierung einzelner Leistungsbereiche. Allein der gute Wille mit z.B. Bildungsgutscheinen erreicht nicht unbedingt die wichtigsten Zielgruppen, wie man in der jüngsten Vergangenheit festgestellt hat. Wenn genügend Mittel zur Finanzierung vorhanden sind (was durch die Bereitstellung des „Grundeinkommens“ für jedes Kind ja der Fall wäre), hätten Träger wie Sportvereine, Musikschulen und andere Einrichtungen eine breitere Basis, die Arbeit zu finanzieren und gute Angebote bereitzustellen. Sie wären auch motiviert, die Kinder anzusprechen und sie für ihre Angebote zu begeistern.
Wichtig bleibt immer, dass die Mittel f ü r das K i n d verwendet werden und nicht von den Eltern mit „verwirtschaftet“ werden können. Die Mittel müssten nicht vom Familieneinkommen weggenommen werden, sondern sind auf das Kind bezogen einfach da.
Dieses Guthaben-Konto würde die unteren Einkommensschichten entlasten, ohne dass das Geld dann „zum Verplempern“ bereit steht.
Es würde pro Kopf zur Verfügung stehen und damit Familien, Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende und andere -die die Verantwortung für die heranwachsenden Generationen übernehmen- dann unterstützen, wenn sie es nötig haben und unabhängig von ihrer Art zu leben (im Gegensatz zur derzeitigen sogenannten „Bedarfsgemeinschaft“).
Die Anrechnung auf die „Mütter“-Rente mag vielleicht in der Vergangenheit Sinn gehabt haben, hilft aber den Familien heutzutage rein gar nichts. Was wir vom Wert des Geldes in der fernen Zukunft zu halten haben, sehen wir ja täglich an unseren sich durch die Geldpolitik von selbst auflösenden Sparguthaben.
Lohnsteuerklassen sind überflüssig und auch ungerecht. Außerdem sind sie nicht mehr zeitgemäß – siehe .z.B. die vielen Lebensgemeinschaften, die wie ganz normale Familien leben.
Eine Ehe ist überhaupt keine Garantie für eine gute Familie, sondern verlagert derzeit lediglich das „Versorgungsproblem“ in den privaten Bereich.
In einer Steuererklärung würden demnach künftig nicht mehr irgendwelche „Sonderausgaben“ geltend gemacht werden, die immer die bevorzugen, die so viel Geld haben, dass sie „was absetzen“ können.
Es hätte jeder Bürger ein Soll-/ Haben -Konto, was man sich etwas wie so wie ein Gewinn-/ Verlustvortrag vorstellen könnte. So ein Freibetrag mit s e l b s t bestimmter Inanspruchnahme würde ihn unabhängiger von seinem sozialen Umfeld machen. Es hat jeder mit einem solchen „Startkapital“ vielmehr selbst in der Hand, was er aus seinem Leben macht – die Gerechtigkeit würde für alle gelten. Wer nichts tut -aus welchen Gründen auch immer- bleibt auf dem niedrigem Level.
Das Ausfüllen von „Formularen mit Anlagen“ sollte abgeschafft werden, das „Bürgerkonto“ kann jeder auch per Internet abrufen.
Beim Handling dieses für alle gleichen Betrages gibt es keinen Grund mehr, mit irgendwelchen §§ daher zu kommen, lediglich für den Abruf von Leistungen müssen Kriterien definiert werden.
Das Steuersystem muss entrümpelt werden, dann würde es genügend Mittel für die Basisversorgung aller Bevölkerungsschichten geben. Das System der Alimentierung durch den Staat –wie es derzeit praktiziert wird- führt zur Passivität der Empfänger. Es bestraft außerdem all die, die sich das ganze Leben abgerackert haben und dann doch nur eine Rente bekommen, die knapp über dem Sozialhilfesatz liegt.
Die Abgrenzung nach außen dürfte nicht so schwierig sein, sondern kann problemlos mit Anwartschaften-wie wir sie aus dem Rentensystem kennen- geregelt werden (Beispiel Schweden – 40 Jahre für die Anwartschaft). Wenn das System überzeugend ist, weil z.B. der soziale Frieden besser herzustellen ist und die Gesellschaft sich dynamischer entwickeln kann, gibt es ja für andere Gesellschaften eine Motivation, ebenfalls in diese Richtung zu wirken.
Es wäre eine Illusion zu erwarten, dass sich Politiker für solche Ideen engagieren. Der Druck muss von unten kommen, so wie jetzt zum Beispiel gegen Glyphosat und für eine nachhaltige Landwirtschaft gekämpft wird.

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Johann Wohlfühl vor 1 Monat

Das BGE bietet einen wunderbaren Reiz für Menschen, die eine werteorientierte Veränderung in ihrem Leben anstreben. Arbeiten MÜSSEN um das Geld heranzuschaffen passt gut in den Druck und die Perfektionshaltung, die in Westeuropa intrinsisch verankert sind. Aus diesem Druck auszusteigen, neue Wege zu gehen und die inneren Potenziale anzuschauen und freilegen zu können, wären die Grundlagen einer anderen Lebens- und Arbeitskultur. Ich selbst habe mich entschieden, lieber weniger Geld zu verdienen und statt dessen ein zufriedneres und erfüllteres Leben zu führen. Zur Finanzierung: Wenn wir darüber nachdenken, wieviel Geld über Arbeitsagenturen, Jobcenter in sinnlose Aktionen gesteckt werden, wieviel dieser Mitarbeiter gar nicht mehr gebraucht würden und eine – in anderen Beiträgen geforderte – Versteuerung (z.B. Transaktionssteuern) würden völlig ausreichen. Meine Ziele wären: ein sozialeres Miteinander, Veränderung der Wertebildung in dem sozialen Miteinander, ein Abwenden der Armut zu Lasten gerechterer Besteuerung und keine leeren Arbeitsplätze in zur Zeit schlecht bezahlten, aber wichtigen Berufen.


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