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Einblick

Schule im Aufbruch

„Staunend, fast ein wenig ehrfürchtig und mit Stolz“ – so betrachten Eltern die Waldorfschule Silberwald, die sie gemeinsam aufgebaut haben. Und das im wahrsten Wortsinn: Denn aus den einst provisorischen Schulräumen ist mit Hilfe der Triodos Bank ein imposantes Schulgebäude erwachsen.

Zwei marode Klassenzimmer, ein Hortraum und ein Büro: Die Geschichte der Waldorfschule Silberwald beginnt, räumlich betrachtet, alles andere als grandios. Heute – neun Jahre und etliche staubaufwirbelnde Baggerarbeiten später – erhebt sich auf einer ehemaligen Wiese in Stuttgart Sillenbuch die neue Waldorfschule Silberwald: ein sternenförmiges, viergeschossiges Gebäude, das 252 Schülerinnen und Schüler aus neun Klassenstufen mit Leben füllen.

10.000 Stunden

Für die „Silberwalder“ ist der Neubau ein Meilenstein, der Weg dorthin gepflastert mit viel Ausdauer und Enthusiasmus. Eltern, Schüler, Lehrer und Freunde: Gemeinsam haben sie über Jahre hinweg unermüdlich geplant und angepackt. „10.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken in dem neuen Schulgebäude“, erzählt Silberwald-Geschäftsführer Julius Göring. Finanziert wurde der Bau durch Spenden und Darlehen befreundeter Einrichtungen, den größten Teil der finanziellen Mittel hat die Triodos Bank als Kredit beigesteuert.

Steigende Nachfrage

Wie die meisten Waldorfschulen wurde Silberwald von Eltern initiiert, die eine Option zum öffentlichen Schulsystem suchten. Der Wunsch nach alternativen Bildungsangeboten ist in Stuttgart besonders ausgeprägt: „Hier gehen 17,5 Prozent aller Schüler auf freie Schulen. Das ist viel und der Anteil an privat organisierten Schulen steigt weiter“, so Göring. Von diesem Trend profitierten natürlich auch die Waldorfschulen, räumt der 31-Jährige ein. Sechs Waldorfschulen gibt es in Stuttgart, die Silberwaldschule ist die jüngste unter ihnen. Seit der Gründung 2006 ist sie jedes Jahr gewachsen. Mittlerweile gibt es einen dreigruppigen Hort und bis 2018 will man die Klassenstufen erweitern, dann sollen Schüler bis zum Abitur in Silberwald unterrichtet werden.

Teamteaching

Die zukünftigen Silberwald-Absolventen erwerben staatlich anerkannte Schulabschlüsse – obwohl der Unterricht hier anders tickt als an staatlichen Schulen, wie Göring erklärt: „Neben intellektuellen Kenntnissen werden verstärkt kreative, soziale und lebenspraktische Fähigkeiten vermittelt – mit Handwerks- und Schulgartenarbeit, mit Kunst, Musik und Projektarbeiten.“ Das an sich ist für eine Waldorfschule keine Besonderheit. Was die Silberwaldschule von anderen Waldorfschulen unterscheidet, ist das Teamteaching für die Erst- und Zweitklässler: Neben dem Klassenlehrer ist immer ein Teamteacher präsent, so können die Schulanfänger individueller betreut und der Unterricht vielseitiger gestaltet werden. Für Kerstin Fiedler, Kreditkundenbetreuerin bei der Triodos Bank, ist die Waldorfschule Silberwald nicht nur deshalb beispielgebend: „Die Offenheit für neue Ideen und Pläne verbunden mit dem ungeheurem Engagement von Eltern und Lehrern – das ist etwas, das uns letztlich auch bewogen hat, dieses Projekt zu unterstützen.“

Sekem Baumpflanzung3Seit 2015 ist die Silberwaldschule Partnerschule der SEKEM School in Kairo. Die Kooperation wurde feierlich mit der Pflanzung eines Apfelbaumes im Silberwalder Schulgarten besiegelt, während man in Kairo fast zeitgleich einen Orangenbaum pflanzte. Hintergrund ist die partnerschaftliche Verbundenheit zwischen Stuttgart und Kairo, die mit Austauschprogrammen und Kooperationen auch auf schulischer Ebene gepflegt wird. Die SEKEM School gehört zu SEKEM – einer ägyptischen Initiative, die zugleich als soziales Unternehmen Biolebensmittel und Textilien aus ökologischem Anbau produziert und über die „SEKEM Stiftung für Entwicklung” soziale Projekte unterstützt und gemeinnützige Einrichtungen unterhält. Die Triodos Bank hält seit 2007 Anteile an der SEKEM-Unternehmensgruppe.

 

Der Artikel stammt aus der Feder von Katja Hellmuth, die als freie Autorin von raabengrün regelmäßig für Die Farbe des Geldes schreibt.

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