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neuigkeit

Sechs Wege, wie Geldausgeben glücklich machen kann

Was die Wissenschaft darüber herausgefunden hat

Was die Wissenschaft darüber herausgefunden hat

Kaufen macht glücklich – unzählige Werbebotschaften wollen uns das täglich weismachen. Wir sind angeblich dann am glücklichsten, wenn wir ein Schnäppchen machen, also ein tolles Produkt für gefühlt wenig Geld kaufen. Aber stimmt das wirklich? Sechs wissenschaftliche, überraschende Erkenntnisse.

Kaufen macht glücklich – unzählige Werbebotschaften wollen uns das täglich weismachen. Wir sind angeblich dann am glücklichsten, wenn wir ein Schnäppchen machen, also ein tolles Produkt für gefühlt wenig Geld kaufen. Aber stimmt das wirklich? In den vergangenen Jahren wurde viel dazu geforscht wann und warum Geldausgeben glücklich machen kann. Das The Greater Good Science Center der Universität Berkeley in Kalifornien hat die Essenzen wichtiger Studien zusammengefasst. Das Ergebnis: Geldausgeben kann uns tatsächlich glücklich machen, allerdings auf eine ganz andere Art und Weise als viele von uns denken: sechs wissenschaftliche Erkenntnisse.

1. Investiere in Erlebnisse

Was macht uns glücklicher? Neue Klamotten kaufen oder ins Kino oder Theater gehen? Es kommt ganz darauf an welchen Film oder welches Stück wir sehen, würden vermutlich viele antworten. Doch aus wissenschaftlicher Sicht ist klar: Wenn wir Geld für ein Erlebnis ausgeben, macht uns das glücklicher als wenn wir ein neues Produkt kaufen. Zu diesem Schluss kam eine Studie aus dem Jahr 2003 mit mehr als 1500 Teilnehmern. Sie war der Auftakt für eine ganze Reihe an Forschungen, die sich mit dem Thema Geldausgeben und Glück beschäftigen.

Mehr als zehn Jahre haben sich Psychologen und andere Wissenschaftler nun damit befasst, warum uns Erlebnisse glücklicher machen als Produkte. Im Folgenden sollen einige interessante Aspekte dargestellt werden. Allerdings ist es nicht immer einfach Erlebnisse und Produkte scharf voneinander zu trennen. So kann zum Beispiel ein Buch durchaus ein Erlebnis sein, ist zugleich aber auch ein Produkt. In der Forschung gilt deshalb überwiegend diese Definition: Ein Erlebnis kaufen wir mit der Intention etwas zu tun und besitzen es am Ende nicht. Ein Produkt kaufen wir, um es zu besitzen.

2. Investiere in gemeinsame Erlebnisse

Natürlich sind nicht alle Erlebnisse, die wir uns gönnen, von gleicher Natur. In einer Studie von 2013 haben Forscher soziale Erlebnisse im Vergleich zu Einzel-Unternehmungen untersucht. Das Ergebnis: Während ein gemeinsames Essen mit Freunden die Studienteilnehmer meist glücklich machte, führte alleiniges Essengehen kaum zu Glücksgefühlen. „Es ist wohl weniger das Erleben an sich, das uns glücklich macht, sondern das Teilen des Erlebnisses“, erklären die Studienautoren.

Auch wenn wir ein Erlebnis nicht sofort mit anderen teilen können, können wir zu einem späteren Zeitpunkt darüber reden. Über unser neues Smartphone oder den neuen Mantel reden vielleicht kurz nach dem Kauf, danach aber kaum mehr. Bei Erlebnissen sei dies anders, halten die Autoren der Studie von 2013 fest. Mit anderen darüber zu sprechen, erlaube uns, das Erlebte immer wieder neu zu durchleben. Je mehr wir über ein Erlebnis sprechen, desto glücklicher macht es uns, fand eine andere Studie von 2012 heraus.

Übrigens: Eine Perspektivänderung beim Kauf von Produkten kann dazu führen, dass sie uns glücklicher machen. Ein Beispiel: Wenn wir uns einen neuen Fernseher kaufen, sollten wir uns in erster Linie nicht auf das Produkt und seine technischen Möglichkeiten konzentrieren, sondern an gemeinsame Filmabende mit der/dem Liebsten denken – dann ist die Freude darüber größer. Gleich drei Studien haben sich mit dem Phänomen beschäftigt (Studie 1, Studie 2, Studie 3).

3. Verschenke dein Geld

Schenken macht glücklich – was wir intuitiv wissen, ist auch wissenschaftlich bewiesen. 2008 erhielten Teilnehmer einer Studie bis zu 20 Dollar, die sie am gleichen Tag entweder für sich selbst verwenden oder weitergeben konnten. Am Abend wurden die Teilnehmer dazu befragt, was sie damit angefangen hatten. Diejenigen, die das Geld weitergegeben hatten, fühlten sich glücklicher als die, die das Geld für sich verwendet hatten. Auch Angestellte, die einen größeren Anteil ihrer Boni für Spenden und Geschenke aufgewendet hatten, fühlten sich verhältnismäßig glücklicher als ihre Kollegen, die ihre Boni zum eigenen Vergnügen ausgegeben hatten.

Der Effekt tritt nicht nur bei vergleichsweise reichen Menschen auf. Ähnlich gelagerte Experimente in Südafrika und Indien kamen zu denselben Ergebnissen. Dennoch: Spenden und Schenken macht uns nicht immer glücklich. Es kommt auf die Art und das Gegenüber an – die Forschung ist gerade dabei herauszufinden, wann wir besonders großes Glück dabei verspüren.

4. Verschenke dein Geld richtig

Macht es einen Unterschied an wen wir Geld verschenken? Es sieht ganz so aus, zumindest wenn es nach einer Studie von 2011 geht: Sie ergab, dass Teilnehmer, die 20 Dollar an ihnen nahe stehende Menschen verschenkt hatten, sich glücklicher fühlten als solche, die das Geld Fremden gegeben hatten. Grund dafür ist nach Ansicht der Forscher die Evolution: Die Chance, die eigene DNA weiter zu geben, war bei unseren Vorfahren dann höher, wenn sie für eine glückliche Familie sorgten.

Das Glücksgefühl beim Geben und Schenken ist zudem größer, wenn die Gebenden den positiven Einfluss direkt mitbekommen, den ihr Geschenk hat. Dazu ein Beispiel aus Kanada: Nach ihrer Spende an UNICEF oder Spread the Net wurden die Spender nach ihrem Glücksempfinden gefragt. Diejenigen, die für letztes gespendet hatten, fühlten sich glücklicher. Spread the Net ist eine Initiative, die Moskitonetze zum Schutz vor Malaria spendet. Der Einfluss ihrer Spende war für die Menschen offensichtlich greifbarer als eine allgemeine Spende an das Kinderhilfswerk UNICEF der Vereinten Nationen.

5. Finde dich selbst

Auch demographische und persönliche Faktoren spielen eine Rolle dafür, ob und wie sehr uns welche Art des Geldausgebens glücklich macht. Gleich mehrere Studien haben ergeben, dass Frauen tendenziell glücklicher sind wenn sie Erlebnisse verschenken als Männer. Gleiches gilt für jüngere Menschen, höher Gebildete und Stadtbewohner.
Menschen, die eher materialistisch denken und dazu tendieren Geld eher für Produkte als für Erlebnisse auszugeben, scheinen gleichermaßen Freude an beiden Arten des Geldausgebens zu haben – das geht aus einer Studie aus dem Jahr 2014 hervor. Warum das so ist? Den Studienautoren zufolge sind Erlebnisse für diese Menschen weniger wichtig zur Identitätsbildung als für andere Menschen. Sie definieren sich offenbar weniger über die Aktivitäten, die sie in der Vergangenheit unternommen haben. Kaum überraschend ist die Erkenntnis, dass weniger einfühlsamere Menschen wenig Glücksgefühle haben, wenn sie Erlebnisse mit anderen teilen oder verschenken. 2016 belegten Forscher, dass eher introvertierte Menschen Glück verspüren, wenn sie sich ein Buch kaufen; eher extrovertierte Zeitgenossen hatten Freude daran Geld in einer Bar zu lassen.

6. Denke weniger über Geldausgeben nach

Weihnachten steht vor der Tür und damit der perfekte Anlass für die letzte Erkenntnis: 2002 zeigte eine Studie, dass Erwachsene sich an Weihnachten glücklicher fühlten, wenn sie den Fokus auf die Familie und auch auf die Religion legten und sich weniger mit dem Geben und Nehmen der Geschenke befassten. Dieses Jahr kam eine andere Studie zu dem Schluss, dass Menschen, die Zeit einen höheren Wert zumessen als Geld, insgesamt mit ihrem Leben zufriedener sind. Insgesamt weniger über Geld nachzudenken, kann uns also auch glücklicher machen. Die Journalistin Greta Taubert beispielsweise hat sich auf die Suche nach „Zeitmillionären“ gemacht. Erst kürzlich haben wir mit ihr an dieser Stelle über ihr Buch gesprochen, das sich aus ihrer Suche ergeben hat.

Damit ist wissenschaftlich bewiesen, dass Geldausgeben tatsächlich glücklich machen kann – für die meisten von uns wohl dann, wenn wir nicht nur uns, sondern auch andere beschenken.

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Sabine Stöhr vor 3 Jahren

Sehr nachvollziehbar auch in meinem eigenen Erleben. Beeindruckend finde ich, dass die Effekte bei armen Menschen vergleichbar sind. Mein Freundeskreis unterhält sich heute öfter darüber wo wir unsere Dinge sinnvoll loswerden (Oxfam, Diakonie etc) als das wir über materielle Wünsche oder Kaufabsichten sprechen. Das Gefühl zu wenig Zeit zu haben und die Sorge über einen Werteverfall (Gewalt, Verrohung der Sprache, Ersatz des Menschen durch 4.0)
sind Themen, die uns beschäftigen.