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einblick

Was die Triodos Bank zum Schutz von Arbeitnehmerrechten unternimmt

Ein Blick hinter die Kulissen der nachhaltigen Triodos Fonds

Ein Blick hinter die Kulissen der nachhaltigen Triodos Fonds

Die Wahrung der Arbeitnehmerrechte ist eines der wichtigsten Kriterien im Auswahlprozess für unsere nachhaltigen Fonds. Am Beispiel von Konfliktmineralien zeigen wir, warum die Kontrolle der Einhaltung der Rechte eine besondere Herausforderung ist.

Die Triodos Bank bietet nachhaltige Investmentfonds an. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit in diesem Kontext überhaupt? Nachhaltigkeit hat für uns viele Dimensionen, die weit über den Schutz der Umwelt hinausgehen. Eines der wichtigsten Kriterien im Auswahlprozess für unsere Fonds ist die Wahrung der Arbeitnehmerrechte. Sie sind grundlegende Menschenrechte und als solche allgemein gültig. Wir wollen mit allen Mitteln verhindern, dass mit dem Geld unserer Kunden ein Unternehmen finanziert wird, das ein solch grundlegendes Menschenrecht verletzt. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Kontrolle der Lieferkette bei bestimmten Mineralien wie Kobalt, die von Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Industriezweigen verwendet werden. Die Rohstoffe stecken in Autos, Smartphones und vielem mehr.

Als Nachhaltigkeitsbank sitzt man zwischen den Stühlen. Denn einerseits möchte man hohe ethische Ansprüche vertreten, andererseits braucht man eine Bandbreite an Unternehmen, mit denen es sich nachhaltig wirtschaften lässt. Das Problem dabei: Steckt man die Mindestanforderungen zu hoch, fallen zu viele Unternehmen durchs Raster und ein  Anlageportfolio wird unmöglich. Sind die Kriterien zu niedrig angesetzt, verliert man als Nachhaltigkeitsbank seine Glaubwürdigkeit. Was können wir also tun, um gegen die Verletzung von Arbeitnehmerrechten zu kämpfen? Wir zeigen es Ihnen am Beispiel der sogenannten Konfliktmineralien.

Grundlegende Arbeitnehmerrechte

Arbeitnehmerrechte sind Bestandteil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 in den meisten Ländern umgesetzt wurde. Es dauerte jedoch bis 1998, bis die internationale Gemeinschaft sich mit der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, die von allen Unternehmen anzuerkennen sind, mit Nachdruck zu den grundlegenden Arbeitnehmerrechten bekannte. In vielen Ländern sind diese fundamentalen Rechte jedoch noch immer gefährdet, da Regierungen und Unternehmen nicht genug unternehmen, um sie auch durchzusetzen.

Die Triodos Bank unterzieht Unternehmen einer kritischen Prüfung im Hinblick auf eine Verletzung grundlegender Arbeitnehmerrechte. Sie berücksichtigt dabei auch, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist und welche Gruppe von Arbeitnehmern in dieser Branche am stärksten gefährdet ist. Dabei wird beispielsweise bewertet, ob das Risiko für eigene Mitarbeiter oder für Arbeiter in der Zulieferkette höher ist.

Konfliktmineralien

Der Abbau von Mineralien wie Kobalt, Gold, Tantal, Zinn und Wolfram in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und den angrenzenden Ländern trägt zu einer Fortführung der blutigen Konflikte in der Region bei und geht häufig mit Verletzungen der Arbeitnehmerrechte einher. Diese sogenannten Konfliktmineralien finden in zahlreichen Produkten Verwendung, darunter Autos, wiederaufladbare Batterien und tragbare elektronische Geräte. Die Gelder aus ihrem Verkauf werden genutzt, um einen extrem gewaltsamen und langwierigen bewaffneten Konflikt in der Region weiter anzuheizen. Viele Abbaustätten stehen noch immer unter der Kontrolle militanter Gruppen oder Splittergruppen der kongolesischen Armee. Diese Banden sind verantwortlich für anhaltende Gewalt und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, beispielsweise in Form von Kinder- und Zwangsarbeit.

Mehr über den Abbau von Konfliktmineralien

Seit mehr als einem Jahrzehnt unterstützt die Triodos Bank die Bemühungen, den Zusammenhang zwischen dem Abbau von Konfliktmineralien und den äußerst gewaltsamen Konflikten in Zentralafrika aufzubrechen und Unternehmen der gesamten Lieferkette dazu anzuhalten, grundlegende Arbeitnehmerrechte zu achten. Wie machen wir das konkret? Wir stehen in Dialog mit Unternehmen in den Branchen, in denen diese Mineralien besonders häufig zum Einsatz kommen, beispielsweise der Elektro- und Automobilindustrie. Wir sprechen mit diesen Unternehmen über das Problem und wirken auf sie ein, sich zu einem verantwortungsvollen Beschaffungsmanagement in Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Abbaugesellschaften zu verpflichten, die keine Verbindungen zu bewaffneten Gruppen haben und die grundlegenden Arbeitnehmerrechte respektieren.

Einsatz für verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement

Neben der Interaktion mit einzelnen Unternehmen im Rahmen des Auswahl- und Überwachungsprozesses arbeiten wir mit internationalen Anlegern, NGOs und anderen Stakeholdern zusammen, um mehr Unternehmen dazu zu bewegen, Richtlinien zu verantwortungsvollem Beschaffungsmanagement einzuführen und umzusetzen.

Durch den Dodd-Frank Act sind Unternehmen, die an einer US-amerikanischen Börse notiert sind, in den USA seit 2010 dazu verpflichtet, die Herkunft von Gold, Tantal, Zinn und Wolfram offenzulegen. Damit sind Unternehmen und die breite Öffentlichkeit erneut für das Thema Konfliktmineralien sensibilisiert worden. Da die europäische Gesetzgebung in diesem Punkt hinterherhinkt, hat die Triodos Bank der Europäische Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat 2014 in Kooperation mit einer Gruppe verantwortungsbewusster Investoren und Organisationen eine gemeinsame Stellungnahme von Investoren übermittelt. In der Stellungnahme wurden die politischen Entscheidungsträger der EU dazu aufgerufen, den Vorschlag für eine EU-Verordnung zu Konfliktmineralien stärker auf den Dodd-Frank Act abzustimmen. Im Mai 2017 hat das Europäische Parlament eine Sorgfaltspflicht beim Import von Konfliktmineralien beschlossen.

2016 sind wir einer Gruppe von 23 internationalen institutionellen Anlegern unter Führung der niederländischen Pensionskasse APG sowie unter Beteiligung niederländischer und skandinavischer Pensionsfonds beigetreten, um mit den maßgeblichen Industrien einen Dialog über die Risiken von Kinderarbeit in der Kobalt-Lieferkette zu führen. Der unmittelbare Grund für diesen Einsatz war die Veröffentlichung eines Berichts von Amnesty International zu Kinderarbeit in der Kobaltproduktion, in dem es heißt, bereits Kinder im Alter von sieben Jahren würden von den Kobaltproduzenten eingesetzt, um in den Abfallprodukten der Industrieminen nach kobalthaltigen Steinen zu suchen und das Erz für den Verkauf zu waschen und zu sortieren. Ziel der Investorengruppe ist es, mit 13 Unternehmen in Kontakt zu treten, bei denen Amnesty ein besonderes Risiko festgestellt hat, darunter Apple, Microsoft, Renault, Samsung, Sony, Tesla und Volkswagen – von denen drei, Renault, Sony und Tesla Teil des nachhaltigen Investmentuniversums der Triodos Bank sind –, diese Unternehmen stärker für das Thema zu sensibilisieren und so letztlich die Abschaffung der Kinderarbeit in der Kobaltlieferkette zu erreichen.

Nach wie vor ein dringendes Problem

Die Herausforderungen und Risiken im Zusammenhang mit der Beschaffung von Konfliktmineralien sind nach wie vor ein dringendes Problem. Im Dialog mit den Unternehmen, die Konfliktmineralien verwenden, verfolgen wir die Strategie, mit diesen über verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement zu sprechen und sie zu einer Verpflichtung zu bewegen, die Verwendung von Konfliktmineralien zu vermeiden. Die Triodos Bank versucht nach wie vor, durch den Dialog mit einzelnen Unternehmen, aber auch mit relevanten Stakeholdern wie der Vereinigung der Elektronikindustrie EICC oder der OECD ihre Wirkung zu maximieren. Unser Ziel ist es, dass alle Unternehmen, in die wir investieren, eine verantwortungsbewusste Sorgfaltspflichtprüfung und Transparenz in ihrer Lieferkette gewährleisten und einen Beitrag zur Entwicklung internationaler Standards oder Regelungen leisten, die dies gängige Praxis werden lassen.

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